Prammer zu "Runder Tisch": Notwendige Maßnahmen bei Frauenerwerbstätigkeit hinlänglich bekannt

Sora-Studie stellt Wunsch der Frauen nach Beruf und Familie außer Zweifel

Wien (SK) Nach einer am Mittwoch von SPÖ-Frauenvorsitzender Barbara Prammer in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Bettina Stadlbauer präsentierten Sora-Studie steht für zwei Drittel der Frauen der Wunsch nach Vereinbarkeit von Beruf und Familie außer Zweifel. Gleichzeitig unterstützen sie die Forderung: "Die Gesellschaft müsste es für Frauen möglich machen, beides zu vereinbaren." Ebenfalls je zwei Drittel der Frauen sehen die damit verbundenen Probleme nicht gelöst:
Mehrfachbelastungen, Benachteilung am Arbeitsmarkt, Schwierigkeiten beim Wiedereinstieg. Prammer: "Nachdem relativ klar ist, was notwendig ist, stellt sich die Fragen nach dem Sinn eines Runden Tischs." Prammer fügte hinzu, sie hoffe, dass es nicht zu weiteren Runden Tischen komme, sondern endlich etwas getan werde. "Die Erleichterungen des beruflichen Wiedereinstiegs kann es nicht zum Null-Tarif geben", betonte Prammer und erneuerte die Forderung nach 100 Mio. Euro für Neu- und Weiterqualifizierungsmaßnahmen für Frauen. Einen dafür reservierten Fonds einzurichten, sei unumgänglich. ****

Die präsentierte Studie ist der zweite Teil einer Untersuchung, deren erster Teil bereits im Vorjahr veröffentlicht wurde. Es wurden jeweils 1.000 Frauen zwischen 18 und 39 Jahren und 1.000 Frauen zwischen 40 und 60 Jahren befragt. 79 Prozent der Frauen zwischen 40 und 60 Jahren empfinden Mehrfachbelastungen durch Beruf und Familie als schwerwiegendes Problem (73 Prozent der 18- bis 39-Jährigen). Die ungleiche Bezahlung von Frauen und Männer sehen 76 Prozent der 40- bis 60-Jährigen als schwerwiegendes Problem. 73 Prozent der 40- bis 60-Jährigen sehen den Wiedereinstieg als sehr großes Problem. Und 85 Prozent der 18- bis 39-Jährigen sehen sich bei der Arbeitssuche benachteiligt, da sie Kinder bekommen können.

"Wenn so viele Frauen es als selbstverständlich sehen, dass sie ein Leben mit Beruf und Familie haben wollen, dann ist das eine große Anforderung an die Politik", betonte Prammer und nannte als Stichworte Kinderbetreuungseinrichtungen, Arbeitsplätze vor Ort sowie Maßnahmen für den beruflichen Wiedereinsteig nach der Babypause.

In puncto Kinderbetreuungsmaßnahmen wünscht sich Prammer gesetzliche Normierungen in Verbindung mit Unterstützung für die Gemeinden. Sie führt als Beispiel die sehr kleine Gemeinde Tschanigraben im Burgenland an. Dort habe man sich mit anderen Gemeinden zusammengeschlossen, um einen Hort und einen Kindergarten zur Verfügung zu stellen. In anderen Gemeinden sei das nicht so, die Kinderbetreuung hänge oft von privaten Sponsoren und der damit verbunden Unsicherheit bei der Finanzierung ab. Des weiteren fordert Prammer ein bundesweites Rahmengesetz; es sei nicht einzusehen, warum ein Kind in Vorarlberg anders behandelt werden sollte als ein Kind in Ostösterreich. Soziale Staffelung der Beiträge und einheitliche, festgeschriebene Qualitätsnormen müssten daher für ganz Österreich gelten.

Der steuerlichen Absetzbarkeit von Kinderbetreuung erteilte Prammer eine Absage. Das wäre ungerecht und "nicht fair" gegenüber den Frauen, die nicht so viel Steuern bezahlen, dass eine Absetzbarkeit möglich wäre. (Forts.) up

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