ARBÖ: Rasche Erhöhung von Kilometergeld und Pendlerpauschalen überfällig

Die Fakten sprechen gegen weiteres Zeitschinden

Wien (OTS) - "Bereits vor acht Jahren, im Juni 1997, ist das Kilometergeld in Österreich zum letzten Mal erhöht worden. Seitdem sind die Autokosten um 18 Prozent gestiegen. Eine Erhöhung des Kilometergeldes von 36 auf 42 Cent ist längst überfällig", bekräftigt ARBÖ-Generalsekretär Dr. Rudolf Hellar.

Während Vizekanzler Hubert Gorbach und Staatssekretär Mag. Helmut Kukacka bereits auf die berechtigten Forderungen der Autofahrer eingehen, wischt sie Finanzstaatssekretär Dr. Alfred Finz neuerlich beiseite. "Statt zu versuchen, sein Regierungsteam auf Linie zu kriegen, setzt der Bundeskanzler auf Zeit. Als Hobby-Fußballspieler sollte der Regierungschef wissen, dass Zeitschinden beim Publikum schlecht ankommt", fügt Dr. Hellar hinzu. "Diskutieren lässt sich höchstens darüber, ob das Kilometergeld sofort oder erst in drei Monaten angehoben wird."

Seit dem Einfrieren des Kilometergeldes im Juni 1997 sind die Autokosten bis April 2005 um 18 Prozent gestiegen, geht aus den Zahlen der Statistik Austria ("Autokostenindex") hervor. Dr. Hellar:
"Jeder, der sein privates Fahrzeug für berufliche Zwecke nützt, zahlt seit Jahren drauf."

Laut Autokostenindex sind nicht nur die Treibstoffpreise gestiegen, sondern fast alle Kosten rund ums Auto, wie zum Beispiel die Preise für Parkpickerl, Parkgebühren und Parkgaragen. Zur Kassa gebeten werden die Autofahrer auch von den Versicherungen. Auch für diverse Bestandteile und Reparaturen mussten die Autofahrer tiefer in die Taschen greifen: etwa für sogenannte Lastenträger (beispielsweise Dachboxen, Radträger etc.), Autobatterien, Zündkerzen und Reparaturarbeiten.

"Ein Ausgleich für beruflich bedingte Fahrten ist ein Gebot der Stunde, zumal Arbeitnehmern immer mehr Mobilität abverlangt wird", betont der ARBÖ-Generalsekretär. Dazu gehört auch eine Anhebung der Pendlerpauschalen um 15 Prozent.

Autofahrer lieferten im Jahr 2004 rund 10 Milliarden Euro an automotiven Steuern und Abgaben ab, davon 3,59 Milliarden Mineralölsteuer. Allein durch die Steigerungen der Spritpreise im vorigen Jahr fielen dem Finanzminister im Wege der Mehrwertsteuer weitere 152 Millionen Euro und in den ersten fünf Monaten dieses Jahres zusätzlich 97 Millionen buchstäblich in den Schoß. Mit diesen zusammengerechnet 249 Millionen Euro könnte man locker die Budgetbelastung finanzieren, die bei einer Erhöhung des Kilometergeldes um sechs Cent zwischen 24 und 36 Millionen pro Jahr ausmachen würde.

Der Autokostenindex ("Index für den privaten PKW-Verkehr") wird im Auftrag von ARBÖ, ÖAMTC, Bundeskammer für Arbeiter und Angestellte, Gewerkschaft Öffentlicher Dienst und Wirtschaftskammer Österreich errechnet. Das Bundeskanzleramt hat im Jahr 2000 aufgehört, die Berechnungen in Auftrag zu geben. "Die zögerliche Bundesregierung scheut die Kostensteigerung amtlich bekannt zu geben", schloss Generalsekretär Dr. Hellar. Durch den Auftrag der genannten Institutionen werden beim Autokostenindex Positionen wie Preise für Neu- und Gebrauchtwägen, Winterreifen, Treibstoffe, Motoröl, Reparaturleistungen, Reparaturmaterial, Parkgebühren, Mautgebühren und Versicherungen berücksichtigt: 18 Prozent Steigerung sind das Ergebnis.

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