VORMERKSYSTEM: OSTÖSTERREICHER NOCH STARK UNINFORMIERT

Am 1. Juli tritt das Vormerksystem in Kraft - Burgenländer, Niederösterreicher und Wiener wissen noch kaum über die Neuerungen Bescheid

Wien (OTS) - Das Vormerksystem naht mit Riesenschritten. Ab 1.
Juli gibt es auch in Österreich den "Punkteführerschein" in abgewandelter Form, der vor allem Hochrisikolenker aus dem Verkehr ziehen soll. Und obwohl es sich um eine der wichtigsten Neuerungen der österreichischen Verkehrspolitik handelt, sind die betroffenen Verkehrsteilnehmer noch immer ziemlich uninformiert.

Wieviel wissen die Ostösterreicher über das Vormerksystem?

In der letzten Woche wurden vom Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) in Wien, Niederösterreich und im Burgenland über 200 Personen zu ihrem Wissensstand über das Vormerksystem befragt. Zumindest hatten rund 78 Prozent bereits von der Einführung gehört. Sobald es ins Detail ging, zeigten sich aber die Defizite. Am uninformiertesten zeigten sich die Wiener: Nur 20 Prozent der Interviewten wussten, dass das Vormerksystem am 1. Juli in Kraft tritt, gefolgt von den Burgenländern mit 25 Prozent und den Niederösterreichern mit 29 Prozent.

Wirkliche Kenner der Vormerkdelikte stachen nicht hervor. Gerade einmal 16 Prozent aller Umfrageteilnehmer konnten vier oder mehr Delikte nennen. Am ahnungslosesten zeigten sich hier die Burgenländer, von denen ein Drittel keines der 13 Delikte anführen konnte. In Wien und Niederösterreich wussten je 25 Prozent nicht, bei welchen Vergehen sie sich eine Vormerkung einhandeln. Auch die Funktionsweise des Vormerksystems scheint für viele noch ein Buch mit sieben Siegeln zu sein. Was nach dem ersten Begehen eines Vormerkdeliktes geschieht - nämlich nur eine Vormerkung und sonst nichts - konnten 40 Prozent aller Befragten nicht sagen. Auch dass nach der zweiten Vormerkung besondere Maßnahmen - zum Beispiel in Form von Nachschulung oder Fahrsicherheitstraining - gesetzt werden, ist am Großteil der Umfrageteilnehmer spurlos vorüber gegangen. Nur 15 Prozent der Burgenländer, 25 Prozent der Wiener und 28 Prozent der Niederösterreicher waren darüber informiert.

Was sich auch noch nicht herumgesprochen hat: Vormerkungen werden nach zwei Jahren gelöscht. Lediglich jeder Vierte konnte diese Frage richtig beantworten. Erfreulich war das Bewusstsein von 85 Prozent der Befragten, dass es für besonders schwere Vergehen wie etwa hohe Geschwindigkeitsübertretungen oder Fahren mit mehr als 0,8 Promille weiterhin kein Pardon geben wird - denn dabei handelt es sich um Entzugsdelikte, die auch in Zukunft die sofortige Abnahme der Lenkberechtigung zur Folge haben werden.

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