AK: Bessere Informationen für KreditnehmerInnen bei Kreditaufnahme (2)

AK Tipps für KreditnehmerInnen

Wien (OTS) - Die KonsumentInnen brauchen klarere Informationen,
wenn sie einen Kredit aufnehmen, verlangt die AK. Es müssen alle Kosten in die Gesamtbelastung und in den effektiven Zinssatz gemäß Bankwesengesetz eingerechnet werden, speziell Kontoführungs-, Pfandrechtseintragungsgebühren und Prämien für die Kreditrestschuldversicherung. Außerdem fordert die AK, dass die tatsächliche Berechnung der Sollzinsen kalendermäßig, also mit 365 Tagen, erfolgt. Derzeit werden VerbraucherInnen benachteiligt, weil mit 360 Tagen gerechnet wird (Zinsfaktor 365/360), den Banken bringt das allerdings zusätzliche Zinseinnahmen.

Die AK verlangt weiters, dass der freiwillige EU-Verhaltenskodex für Wohnkredite eingehalten wird und in den Angeboten vollständige Spesenaufstellungen und verständliche Hinweise auf die Zinsanpassung genannt sind. Auch bei den Fremdwährungskrediten sollen alle Spesen in den effektiven Jahreszinssatz eingerechnet werden.

Tipps der AK Konsumentenschützer
+ Nehmen Sie sich Zeit für die Kreditberatung und achten Sie beim Vergleichen auf Zinssatz, einmalig verrechnete Spesen, wie Bearbeitungs-, Pfandrechtseintragungsgebühr, sowie auf laufende Nebenkosten, z.B. Kontoführung oder Prämien für Risikoversicherung. + Verhandeln Sie Zinsen und Bearbeitungsgebühr.
+ Vergleichen und Verhandeln lohnt sich!
+ Achten Sie auf unbestimmte Kostenangaben im Kreditvertrag wie "Spesen gemäß Aushang" und Vertragsstrafen bei vorzeitiger Tilgung, das kann zu teuren Überraschungen führen.
+ Passen Sie auf die Fixzinsfalle auf: 3,125 Prozent fix auf ein Jahr klingt zwar gut, aber danach droht ein Zinssprung.
+ Versicherungsverträge: Schließen Sie nicht das erstbeste Angebot einer (reinen) Ablebens- oder Kapitalversicherung ab, sondern holen Sie Vergleichsangebote ein. Bestehende Lebensversicherungen können in die Finanzierung eingebracht werden - Neuabschlüsse sind daher nicht immer notwendig. Spesentipp: Bei unterjähriger, z.B. monatlicher, Bezahlung der Prämie können Spesen (Unterjährigkeitszuschläge) anfallen - die Zahlung einer Jahresprämie ist günstiger.
+ Achtung: Fremdwährungskredite haben höhere Spesen als Euro-Kredite:
Doppelte Kontospesen, Devisenprovision bei jeder Zahlung, höhere Besicherung im Grundbuch bedeutet höhere Eintragungsspesen.

SERVICE: Der Test und eine Checkliste zur Wohnfinanzierung im Internet unter www.konsumentenschutz.at.

Rückfragen & Kontakt:

Doris Strecker
AK Wien Kommunikation
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