Neues Volksblatt: "Vogel Strauß" (von Michael Kaltenberger)

Ausgabe vom 29. Juni 2005

Linz (OTS) - "Hinter meiner, vorder meiner, links, rechts güts
nix.
Ober meiner, unter meiner siach i nix.
Spür nix, hear nix und i riach nix.
Denk i nix und red i nix und tua i nix.
Waun da Wind wahd in de Gossn,
waun da Wind wahd am Land,
waun da Wind wahd, do steckt da,
sein Köpferl in Sand."
Dieses Lied von Arik Brauer über die weit verbreitete Vogel-Strauß-Mentalität würde gut als offizielle Hymne der Atomindustrie passen.
Denn in keinem anderen Wirtschaftszweig ist es möglich - und würde es staatlich geduldet! -, dass ein Großbetrieb gebaut wird ohne die geringste Idee, wie die Abfälle entsorgt werden sollen.
Bei der Atomindustrie ist das möglich. Sonst müssten nämlich nicht Zwischenlager wie das geplante Atommüll-Lager beim AKW Temelin eingerichtet werden. Wobei viele überzeugt sind, dass dieses Zwischenlager ein ziemlich dauerhaftes Provisorium werden könnte. Da stecken die Köpfe der Atomlobby und der staatlichen Aufsichtsbehörden nebeneinander im Sand; in Tschechien, in Deutschland, in Frankreich, in England, in den USA, in Russland und, und, und ... In der Hoffnung, dass eh nix passiert.
Tschernobyl ist schon lang her. Zu lang, wie es scheint!

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