Wiener Gemeinderat (5)

Rechnungsabschluss 2004 - Geschäftsgruppe Integration, Frauenfragen, Konsumentenschutz und Personal

Wien (OTS) - GR Godwin Schuster (SPÖ) beschäftigte sich in seiner Wortmeldung intensiv mit dem Thema "Lehrlingsausbildung in Wien". Ihm sei es ein besonderes Anliegen, den jungen Menschen eine Zukunft zu bieten. Derzeit würden in Wien tausend Lehrlinge ausgebildet, etliche davon im Wiener Magistrat. Heftig reagierte er auf die Behauptung einer Freiheitlichen Broschüre, zehntausend Schwarzafrikaner hätten die Wiener Drogenszene fest im Griff. Man solle nicht auf Menschen anderer Hautfarbe losgehen, noch dazu, wenn diese sich nicht wehren könnten. Wahr sei vielmehr, dass es überhaupt höchstens 7.500 Mitglieder in der so genannten African Community gebe. Er brachte einen Resolutions- und Beschlussantrag ein, jenen Menschen, die in Konzentrationslagern Schaden erlitten haben, ein finanzielle Zuwendung zuzuerkennen.

GR Mag. Barbara Feldmann (ÖVP) äußerte sich hauptsächlich über die, wie sie meinte, ungenügende Frauenpolitik der SPÖ. Sie vermisse Initiativen zur Gleichbehandlung. Um den Berufswiedereinstieg für Frauen wesentlich zu erleichtern, müssten die Öffnungszeiten der Betreuungseinrichtungen flexibler gestaltet werden. Sie forderte in einem Antrag die Steigerung der Versorgungsquote der Ganztagsbetreuung von jetzt 30 auf 50 Prozent und eine Flexibilisierung der Öffnungszeiten der Kinderbetreuungseinrichtungen. Sie kritisierte auch die steigenden Kosten für den Besuch der Kindergärten.

GR Henriette Frank (FPÖ) meinte, die SPÖ habe sehr spät erkannt, dass das Erlernen der deutschen Sprache unmittelbar zu einer erfolgreichen Integration dazugehöre. Schon Anfang der 90er Jahre hätten die Freiheitlichen gefordert, dass Immigranten bereits in sehr jungen Jahren die deutsche Sprache erlernen sollten. Die Stadt Wien müsste, um Menschen verschiedener Kulturen zueinander zu bringen, stärker als Vermittler auftreten, und dies gehe nur, wenn man dabei auf deutsch miteinander kommuniziere. In einem Antrag ersuchte sie die Integrationsstadträtin, sich für geringere Gebühren bei der Verwendung von Erlagscheinen einzusetzen.

GR Martina Ludwig (SPÖ) gab zu, dass die Einkommensunterschiede Frau-Mann in den letzten Jahren leider angestiegen seien. Als einen der Gründe gab sie die Berufsunterbrechung aufgrund von Schwangerschaft an, was zu einer durchschnittlichen Einkommenseinbuße von fast 10 Prozent führe. Um die Kluft zwischen den Gehältern von Mann und Frau nicht so hoch werden lassen, würden schon seit einiger Zeit Mädchen im Alter zwischen 13 und 17 Jahren gefördert. Der Wiener Wirtschaftsförderungsfonds habe bezüglich der Förderung von Frauen im Beruf seit 1999 eine sehr erfolgreiche Arbeit geleistet. So habe es bis dato 2.100 Frauenberatungen gegeben und 730 Frauen hätten mit der Unterstützung des Wiener Wirtschaftsförderungsfonds ein eigenes Unternehmen gegründet. (Forts.) hl/rr

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