Nie zu heiß oder zu kalt: Massive Baustoffe gleichen Temperaturschwankungen aus!

Fachwissen vom Profi für BauherrInnen immer wichtiger

Wien (OTS) - Entscheidend für die Wohnqualität in einem modernen, energie-sparenden Haus sind eine angenehme Raumtemperatur und die Vermeidung von zu trockener oder zu feuchter Luft. Wichtig ist, dass ein Haus weder zu schnell auskühlt noch im Sommer zu heiß wird.
Im Sommer darf die Temperatur höchstens 27 Grad Celsius am Tag und 25 Grad in der Nacht erreichen. Im Winter muss ein Haus mindestens
23 Stunden warm blieben, wenn nicht geheizt wird. Der entscheidende Faktor in diesem Zusammenhang ist die Speichermasse der verwen-deten Baustoffe.

Massiv gebaute Häuser nützen Sonnenenergie optimal

Typische Kennzeichen energetisch optimierter Häuser sind neben der Ausrichtung zur Sonne ein meist sehr kompakter Grundriss, also ohne Erker oder Formen, die dazu führen, dass die Außenwände größer als unbedingt nötig für die geplante Wohnfläche sind. Jeder Quadratmeter Außenwand kostet nicht nur Geld, sondern erhöht auch die Energieverluste. Energiesparende Häuser haben große südseitig Fenster, die im Sommer von
einem vorspringenden Dach beschattet werden. So vermeidet schon die Konstruktion eine Überhitzung im Sommer, während das Licht der tief stehenden Sonne im Winter unbehindert in die Räume gelangt.

Bei massiven Bauten kann der Anteil der Fensterglasflächen 40 bis 50 Prozent der gesamten Wandfläche betragen, weil massive Baustoffe die Energie der Sonne rasch aufnehmen und speichern. Bei Leichtbau-Häusern darf der Glasanteil maximal 30 Prozent betragen, denn pro Quadratmeter Fensterfläche soll die speicherwirksame Masse des Hauses 3.000 bis 8.000 Kilo betragen. Decken und Wände aus Ziegel und Beton haben optimale Eigenschaften für die Nutzung der Sonnenwärme.

Entscheidender Faktor Speichermasse sorgt für Ausgleich
der Temperaturschwankungen

Um ein energiesparendes Haus vor Temperaturschwankungen zu schützen und damit behaglicher zu machen, muss die Energie aus der Sonneneinstrahlung im Baukörper gespeichert werden. Massive Baustoffe können bei Lufttemperaturzunahme Wärmeenergie über die Oberfläche aufnehmen und diese bei niedrigerer Lufttemperatur wieder freisetzen. Die Speicherfähigkeit wird im Wesentlichen durch die Baustoffdichte bestimmt. Daher können Massivbaustoffe große Wärmemengen speichern.

Massive Wände verhindern so im Sommer die Überhitzung des Hauses, während Leichtbaukonstruktionen bei hohen Außentemperaturen nach kurzer Zeit Überhitzungserscheinungen zeigen. Im Winter kühlt die Raumlufttemperatur bei Leichtbaukonstruktionen rascher ab als bei massiv gebauten Häusern. So kann auch ein mehrtägiger Ausfall der Heizung besser überstanden werden.

Massive Baustoffe sind die beste Voraussetzung für gutes Raumklima In einem durchschnittlichen Haushalt entstehen etwa bis zu 14 Liter Kondenswasser täglich. Die Feuchtigkeit kommt aus der Atemluft der Bewohner oder entsteht beim Kochen, Baden und Duschen. Auch Waschen und Wäschetrocknen oder Zimmerpflanzen tragen zur Raumluftfeuchte bei. Vor allem die Außenwände müssen neben den natürlichen Lüftungs-möglichkeiten in der Lage sein, diese Feuchte aufzunehmen und wieder abzugeben und damit einen Ausgleich zu schaffen. Dabei gilt es die unterschiedlichen Bedingungen von Winter, Sommer und Übergangszeiten zu bewältigen. Wichtigstes Kriterium dafür sind die Aufnahmefähigkeit der Baumaterialien für Feuchtigkeit und die Durchlässigkeit für Dampf.

Expertentipps für BauherrInnen

  • Für BauherrInnen beginnen die Überlegungen zur Sonnenenergienutzung bereits in einem ganz frühen Stadium, nämlich bei der Auswahl des Grundstücks und im ersten Entwurfsstadium.
  • Bei der Planung sind sowohl die Form des Gebäudes als auch seine Orientierung zur Sonne zu beachten. Ist ein Haus nicht genau nach Süden orientiert, sondern lediglich um 20 Grad nach Osten oder Westen gedreht, gehen die Energiegewinne bereits um etwa fünf Prozent zurück.
  • Ein Haus darf weder zu kalt werden, noch dürfen die Temperaturen im Sommer während des Tagesverlaufs über 27 Grad und in der Nacht über 25 Grad liegen, damit es komfortabel ist. Im Winter muss ein Haus mindestens 23 Stunden warm bleiben, wenn nicht geheizt wird ("Auskühlkennzeit").
  • Ein modernes massiv gebautes Haus hat eine Auskühlkennzeit von weit über 100 Stunden, während ein Haus in Leichtbauweise oft schon in weniger als 24 Stunden auskühlt. Architekten und Baumeister errechnen die Kennzahlen eines Gebäudes im Verlauf der Planung, damit die Wohnqualität des fertigen Hauses gesichert ist.
  • Pro Quadratmeter Fensterfläche soll die speicherwirksame Masse des Hauses - in Abhängigkeit vom Luftwechsel - 3.000 bis 8.000 kg betragen. Decken und Wände aus Ziegel und Beton stellen die Einhaltung dieser Werte sicher und haben somit optimale Eigenschaften für die Nutzung der Sonnenwärme.
  • Durch die Fenster kommt Wärme direkt ins Haus. Die Größe der Fensterfläche entscheidet daher über die Menge an nutzbarer Sonnenenergie.
  • Die Wärme, welche die Sonne tagsüber einstrahlt, wird im Inneren des Hauses in massiven Böden, Wänden und Decken gespeichert und nachts allmählich an die Räume abgegeben. Man sollte deshalb bei der Planung des Hauses auf Material, Größe und Anordnung der Speichermasse achten.
  • Gute Wärmespeicherungsfähigkeit bewirkt langsames Aufheizen der Räume, langsames Auskühlen bei Heizungsunterbrechung, geringe Temperaturschwankungen im Raum und verzögerte Wärmeabgabe nach innen bei Sonnenbestrahlung von außen.
  • Bei der Planung von Passivhäusern sind genaue Berechnungen für den Luftaustausch nötig, damit die Luft nicht zu trocken oder zu feucht wird.

Arge Bau!Massiv!

Die Arge Bau!Massiv! ist ein Zusammenschluss von Baumeistern und den Herstellern mineralisch gebundener Baustoffe. Die Arge Bau!Massiv! hat sich zum Ziel gesetzt, die Bewusstseinsbildung in Baufragen bei BauherrInnen und Verarbeitern zu fördern. Die österreichischen Baumeister sind die Experten für Neubau und Renovierung und professionelle Ansprechpartner für BauherrInnen in allen Fragen im Zusammenhang mit dem Hausbau. Als Informationsplattform unterstützt die Arge Bau!Massiv! Bauinteressierte und bündelt die Informationstätigkeit der Branche.

Informationen im Internet:

www.baumassiv.at

Informationsdrehscheibe mit aktuellsten Tipps und Infos zum Thema "massives Bauen" für BauherrInnen und Bauinteressierte

www.ziegel.at

Info-Portal des Verbands Österreichischer Ziegelwerke - Umfassende Information zu Produkten, Anwendung und Ökologie. Download-Broschüren zum Thema Energiesparhaus und luftdichtes Bauen.

www.zement.at

Hompage der Vereinigung der österreichischen Zementindustrie, Information zu den Themen Beton und Betontechnologie sowie modernes Bauen. Aktuell: Broschüre über Kellerbau in Niedrigenergiehausstandard.

www.energiesparhaus.at

Info-Seite, unterstützt von Fachleuten aus mehreren Branchen mit dem Ziel, energieeffizientes Bauen zu fördern und BauherrInnen zu helfen, kostengünstig und umweltverträglich zu bauen

www.hausbauer.at

Ratgeber für Hausbauer mit umfassenden Informationen rund um Neubau und Sanierung.

www.wohnbeton.at

DIE Seite für das Bauen mit Fertigteilen aus Beton. Umfangreiche Basisinformation, ergänzt durch Produktbeschreibungen, Regelwerke, Anwendungsmöglichkeiten und Lieferantenverzeichnis.

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