Rechnungsabschluss - SPÖ-Zankl: "Wien macht zukunftsweisende Kulturpolitik"

Wien (SPW-K) - "Die Linie von Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny, verstärkt Kunst in den öffentlichen Raum zu bringen, das Bedenkjahr nachhaltig zu gestalten und wichtige Positionen mit Frauen zu besetzen, ist zukunftsweisend!", erklärt SPÖ Gemeinderatsabgeordnete Inge Zankl in der Rechnungsabschluss-Spezialdebatte Kultur und Wissenschaft in der heutigen Gemeinderatssitzung.

Zankl kann zahlreiche Belege für das rege und funktionierende Kulturleben in der Stadt anführen:

"ALT WIEN. DIE STADT, DIE NIEMALS WAR" zeigt sowohl die neue Sicht des Wien-Museum als auch die Art und Weise, wie die Stadt Wien das Jubiläumsjahr 2005 begeht. Die Schau war mit über 56.000 Besuchern die seit Jahren erfolgreichste Ausstellung des Wien Museums. "Damit zeigt sich, die thematische Neupositionierung des Wien-Museum unter der Leitung durch Wolfgang Kos ist gelungen", stellt Zankl fest. Insgesamt konnte das Wien-Museum die Besucherzahlen um 20 Prozent steigern und seinen Bekanntheitsgrad verdoppeln.

Die "SINALCO-EPOCHE - Essen,Trinken, Konsumieren nach 1945" ist die Ausstellung des Wien-Museum zum Jubiläumsjahr.

"Im Jubiläumsjahr 2005 stehen für uns nicht die Feierlichkeiten im Vordergrund, sondern die inhaltliche Auseinandersetzung mit der Vergangenheit unter dem Motto ‚Begegnung findet Stadt’", sagt die SPÖ-Abgeordnete. Die Stadt Wien finanzierte auch zum Teil die große Staatsvertrages-Ausstellung zur Entwicklung der Zweiten Republik.

Der Hauptbeitrag des Jüdischen Museums zum Republik-Jubiläum ist die AUSSTELLUNG "JETZT IST ER BÖS, DER TENNENBAUM" . "Das ist ein Zitat aus ‚Der Herr Karl’ von Helmut Qualtingers und Carl Merz. Leider gibt es in unserer Gesellschaft noch viele ‚Herrn Karl’, die sich auch nach 60 Jahren nicht mit der Geschichte auseinandergesetzt haben", erinnert Zankl an jüngste Aussagen von Bundesratsmitgliedern.

Ein weiterer Beitrag der Stadt zum Jubiläumsjahr ist die Neugestaltung der Ausstellung des Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands, die seit Ende der 70 der Jahre unverändert geblieben war.

Seit der Wiener Gemeinderat beschlossen hat, bedenkliche Erwerbungen aus der NS-Zeit an die rechtmäßigen Eigentümer oder deren Rechtsnachfolger zu restituieren, wurden 24.000 fragliche Erwerbungen auf ihre Rechtmäßigkeit geprüft. Die Museen der Stadt Wien konnten 2.800 Objekte zurückgeben, 345 bedenkliche Erwerbungen, bei denen der ehemaligen Eigentümer nicht mehr festgestellt werden konnte, werden an den Nationalfonds restituiert.

2004 wurden die Krankengeschichten der über 800 im Zuge von Euthanasiemaßnahmen des 3. Reiches getöteten Kinder vom Spiegelgrund in das Stadt- und Landesarchiv transferiert. "Damit sind diese Dokumente auf Dauer gesichert. Heuer konnte dazu eine Ausstellung im Gasometer gestaltet werden", sagt Zankl.

Mit dem neuen Tiefspeicher im Hof 6 des Rathauses kann größtmögliche Sicherheit der Bestände garantiert werden. Der Speicher verfügt über einen im deutschsprachigen Raum einzigartigen Brandschutz. Die Reduktion des in derLuft enthaltenen Sauerstoffes verhindert die Entstehung von Bränden. Eine weitere Innovation ist das Lagersystem für Plakate, das den modernsten konservatorischen Standards entspricht und maximale Auslastung des zur Verfügung stehenden Raums ermöglicht.

Kunst dürfe sich nicht auf Museen beschränken, sondern soll auch im Alltagsleben ihren Platz finden. Insgesamt stünden jährlich 800.000 Euro zur Verfügung, erklärt die SPÖ-Mandatarin. "Wer in letzter Zeit auf dem Wallensteinplatz unterwegs war, hat das temporäre Projekt ‚add-on’ gesehen oder begangen. Seit voriger Woche haben bereits 10.000 Menschen diesen Turm bestiegen."
Und ab 1. Juli wird in den Haltestellen der Straßenbahnlinie D eine Serie von Plakaten unter dem Titel "ARBEITEN GEGEN RASSISMUS" präsentiert.

Heuer liegt auf Initiative von Kulturstadtrat Mailath-Pokorny erstmals ein eigener Wissenschaftsbericht vor. Er zeigt Konzept, Struktur und Vielfalt der Fördertätigkeit der Stadt Wien im Bereich der Wissenschaft und ist eine eindrucksvolle Dokumentation der Forschungsarbeit, die von gemeinnützigen
Vereinen geleistet wird. "Forschung sollte zwar in erster Linie von Universitäten geleistet werden. Wie bei so vielen Dingen, die der Bund nichtlösen will, springt auch hier die Stadt ein", kritisiert Zankl die Bundesregierung. (Schluss)

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