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Salif Nikiema kehrt nach erfolgreicher Operation und Rehabilitation auf Initiative der Wiener Ärztekammer und des Österreichischen Roten Kreuzes heim nach Burkina Faso

Wien (Rotes Kreuz) - Im März 2005 flog ein 11-köpfiges Chirurgie-Team aus Österreich auf Initiative des Österreichischen Roten Kreuzes nach Burkina Faso. Über 100 Patienten standen auf der Operationsliste. Es galt, Lippenspalten und entstellende Noma-Narben zu behandeln. Der 17-jährige Salif Nikiema war nicht zur Operation vorgesehen. Er litt unter ganz anderen Problemen: In seiner Kindheit ist er an Händen und Füssen mit einschneidenden Nylonschnüren gefesselt worden, wodurch seine Gliedmaßen schwer deformiert waren. Die Ärzte aus Österreich nahmen den Jungen kurzerhand in ihr Operationsprogramm auf. Doch eine weitere Behandlung in Österreich war erforderlich. Die beiden Chirurgen Jürgen Holle und Anton Schwabegger luden Salif daher kurzerhand nach Wien ein, um eine weitere erforderliche Operation an der linken Hand durchzuführen. Letzten September war es so weit: In einer sechsstündigen Operation im Wiener Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern in Kooperation mit dem Leiter des Departments für Plastische Chirurgie Boris Todoroff wurde ihm die Beweglichkeit seiner Hand wieder geschenkt. Seit dem lebte er bei der Familie Gudenus im Waldviertel und absolvierte ein umfangreiches Rehabilitationsprogramm.

Ermöglicht wurde die bisherige Behandlung durch die großzügige Unterstützung des Krankenhauses der Barmherzigen Schwestern in Wien. Hier wurde die Operation durchgeführt und die entsprechende Betreuung vor und nach dem Eingriff gegeben, die Physikotherapie sowie das Rehabilitationsprogramm gestartet. Das Rote Kreuz Waidhofen/Thaya sorgte für die Transporte ins örtliche Spital, in dem die physikalischen Therapien über Monate fortgesetzt wurden.

In diesem dreiviertel Jahr in Österreich hat er nicht nur seine Gesundheit weitgehend zurückerhalten, er hat auch Lesen, Schreiben und Rechnen gelernt und den Glauben an die Menschen wieder gewonnen. Übrigens: Das Behandlungszentrum in Burkina Faso, in dem er auf seine Helfer traf, heißt "Une Vie Meilleure", zu deutsch "Ein besseres Leben" und wenn Salif Anfang Juli erste feste Schritte in seinen orthopädischen Schuhen in sein Heimatland setzen wird, geht er hoffentlich auch einem besseren Leben entgegen. Pläne hat er viele. So will er beispielsweise den Kindern in seiner Umgebung lesen und schreiben beibringen. Sein Ausflug ins Paradies soll auch seinen Mitbürgern positives bringen. Er hat vor, wieder im Behandlungszentrum zu arbeiten. Als er vor einem Jahr dort aufgelesen wurde, kroch er auf allen vieren, heute geht er aufrecht und stolz, wenn auch mit gemischten Gefühlen, seiner Zukunft entgegen. Und in vier Jahren soll es ein Wiedersehen mit seiner Gastfamilie in Österreich und den behandelten Ärzten geben. Dann soll seine Hüfte operiert werden.

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