Wiener Gemeinderat (2)

Rechnungsabschluss 2004 - Geschäftsgruppe Kultur und Wissenschaft

Wien (OTS) - GR Ernst Woller (SPÖ) zog Bilanz über die Kulturpolitik der letzten Jahre. Das Budget sei um 12 Prozent gestiegen, das spiegle auch das Engagement der Stadt wider. Wien habe so in seine Stärken investiert. Der Bund mache das Gegenteil und kürze das Kulturbudget. Das Scheitern der FPÖ in der Kulturpolitik zeige das "Debakel der Kärntner Seebühne". Die Kürzungen des Bundes würden sich vor allem gegen die Stadt Wien richten. So musste die Stadt daher zahlreiche Kulturinstitutionen zusätzlich unterstützen. "Geldverschwendung" würde vor allem im Bund und in der FPÖ passieren. Mailath-Pokorny habe Meilensteine in der Wiener Kulturpolitik gesetzt, wie die Umwandlung des Theaters an der Wien in ein Opernhaus oder die Theaterreform. Woller unterstrich die Wichtigkeit des Musicals. Die Kritik der Opposition an den Investitionen in das Ronacher könne er nicht verstehen. Abschließend bedankte er sich bei all jenen, die einen Beitrag zu der Wiener Kulturpolitik geleistet haben.

GR Claudia Sommer-Smolik (Grüne) vermisste eine Zielsetzung in der Wissenschaftspolitik. Sie frage sich, was Mailath-Pokorny in diesem Bereich jemals getan hätte. Sommer-Smolik hob die Wichtigkeit der Wissenschaft hervor, obwohl ihr die Zuständigkeit des Bundes bewusst sei. Die Förderungen der Stadt würden aber nach dem "Gießkannenprinzip" verteilt werden. Das Budget müsse weiter erhöht und mehr Forschungsaufträge vergeben werden. Sie kritisierte die Planung einer Eliteuniversität, da diese auf Kosten der öffentlichen Universitäten gehen würde. Abschließend stellte Sommer-Smolik einen Antrag gegen die Errichtung einer Elite-Universität.

GR Mag. Gerald Ebinger (FPÖ) sprach von "der Ignoranz der Macht". Er kritisierte die "sinnlosen Statistiken" im Kulturbericht. Alle Konzepte von Kleinbühnen wurden kategorisch abgelehnt, so Ebinger. Die Theaterreform bezeichnete er als willkürlich. Erfolgreiche Theatermacher würden so entmündigt. Die Förderungen für das Akzent-Theater, die "Adi Hirschal-Bühne" und der Umbau des Ronacher-Theaters seien abzulehnen. Der rote Stern am Volkstheater erinnere ihn an den Kommunismus. Insgesamt würden alle Klein- und Mittelbühnen zerstört werden.

GR Inge Zankl (SPÖ) lobte die neue Ausrichtung des Wien Museums. Die steigenden Besucherzahlen und die erfolgreichen Ausstellungen würden das bestätigen. "Jubelveranstaltungen" zum Jubiläumsjahr 2005 lehne sie ab. Entwicklungen sollten aber aufgezeigt werden, wie etwa im Jüdischen Museum. Ein wichtiger Beitrag zur Aufarbeitung der Geschichte sei auch die Rückgabe von "bedenklich erworbenen Kulturgütern". Die Stadt Wien habe in den letzten Jahren ihre Kompetenz im Kulturbereich unter Beweis gestellt. Kultur dürfe nicht nur im Museum stattfinden, so Zankl. Auch der Wissenschaftsbereich funktioniere. Die Besetzung zahlreicher Kulturposten mit Frauen zeige, dass Wien auch hier am richtigen Weg sei, so Zankl abschließend. (Forts.) kwc/rr

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