Wiener Gemeinderat (1)

Rechnungsabschluss 2004 - Geschäftsgruppe Kultur und Wissenschaft

Wien (OTS) - Um 9 Uhr wurde die Debatte zum Rechnungsabschluss fortgesetzt.

Es spreche nicht für Transparenz, wenn man den Kulturbericht sehr spät erhalte, bemerkte GR Mag. Marie Ringler (Grüne). Offenbar fürchte man sich davor, was die Opposition darin entdecke. Die Vereinigten Bühnen Wien würden in dem Bericht mit wenigen Zeilen erwähnt, während Details von Ausstellungen in aller Breite dargestellt würden. Zu den Vereinigten Bühnen brachte sie einen Antrag ein, dem zufolge diese einen vierteljährlichen Bericht geben sollen. Den Umbau des Ronachers bezeichnete Ringler als nicht sinnvoll und als eine falsche Schwerpunktsetzung. In einem weiteren Antrag geht es darum, dass mit dem Umbau des Ronachers bis nach den Wahlen gewartet werden sollte. Als erfreulich bezeichnete sie es, dass im Bereich der Freien Szene das Verhältnis zwischen Männern und Frauen ausgewogen sei. Dies treffe bei den Wiener Festwochen nicht zu. Für den interkulturellen Bereich würden die Mittel nicht ausreichen. In weiteren Anträgen forderte sie einen jährlichen interkulturellen Bericht an den Gemeinderat sowie die Errichtung einer Arbeitsgruppe, die ein interkulturelles Kulturkonzept erstellen soll.

GR Dr. Andreas Salcher (ÖVP) beschäftigte sich ausführlich mit der Besetzungspolitik des Stadtrates und führte die Josefstadt, die Wiener Festwochen und den Rabenhof an. Beim Rabenhof gebe es Chaos und Löcher in der Kassa, dies habe den Steuerzahler 2,5 Millionen Euro gekostet. Der Umbau des Ronachers schlage sich mit 47 Millionen Euro zu Buche, man investiere in eine Branche, die sich weltweit in einer Krise befinde. Positiv äußerte sich der Redner zur Theaterreform, an der auch Oppositionsparteien mitgewirkt hätten. Für den Bereich Wissenschaft habe Stadtrat Mailath-Pokorny in dieser Legislaturperiode so gut wie nichts getan. Dafür gebe er für alle Missstände grundsätzlich dem Bund die Schuld.

In Wien diene die Kulturpolitik der Macht der SPÖ, sagte GR Mag. Heidemarie Unterreiner (FPÖ). Die Festwochen seien ein Multi-Kulti-Spektakel ohne Wien-Bezug geworden, dafür würden Wiener Künstler ausgehungert, die Theaterlandschaft werde immer ärmer. In einem Antrag forderte sie einen vierteljährlichen Bericht der Wiener Festwochen. In einem weiteren Antrag geht es um eine Lösung der Raumnot beim Wiener Musikschulkonzept. Weitere Anträge: Das Hofkammerarchiv dürfe nicht abgerissen werden; der Kulturstadtrat möge mit den zuständigen Stellen Verhandlungen aufnehmen, damit das Heroon von Trysa an einem geeigneten Ort, möglichst den Theseus-Tempel im Volksgarten, der Öffentlichkeit präsentiert werden sollte; ein Controlling der Vereinigten Bühnen Wien; keinen zweigeschossigem Aufbau des Ronachers; die Schaffung einer Freiluftbühne in Schönbrunn; eine Machbarkeitsstudie zu Freiluftbühnen; das "Figaro-Haus" solle nicht in "Mozarthaus Vienna", sondern allenfalls in "Mozarthaus Wien" umbenannt werden. (Forts.) ull/rr

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