Niederwieser zu ÖVP-Schulpaket: Disziplinierungsmaßnahmen wichtiger als gute Nachmittagsbetreuung?

SPÖ will keine Orientierung am koreanischen Schulsystem

Wien (SK) Keine Freude bereitet SPÖ-Bildungssprecher Erwin Niederwieser der Umstand, dass die ÖVP offensichtlich denkt, das Thema Ganztagsschule und qualitätsvolle Nachmittagsbetreuung hinreichend behandelt zu haben und nun lieber Disziplinierungsmaßnahmen für Schüler angehen möchte. "In Wirklichkeit handelt es sich beim Schulpaket eins der ÖVP um ein Jausensackerl, das nicht die Verbesserungen enthält, die nach der Abschaffung der Zwei-Drittel-Mehrheit möglich gewesen wären. Ein paar tausend Nachmittagsbetreuungsplätze mehr sind immer noch nicht genug. Die SPÖ wird noch einmal versuchen, der ÖVP ins Gewissen zu reden und sie von der Notwendigkeit von echten Verbesserungen zu überzeugen", so Niederwieser Dienstag gegenüber dem Pressedienst der SPÖ. ****

Für die absolut falsche Richtung hält Niederwieser die Orientierung am Schulsystem in Korea, wie sie Gehrer heute in der "Kleinen Zeitung" anspricht. "Wir reden über eine Reduzierung der Klassenschülerhöchstzahlen auf 25 und nicht von Klassen mit 50 Kindern. Österreich darf sich nicht am Schulsystem in Korea mit seinem Drill orientieren, außer man will unsere Schulen dem Heeresministerium unterstellen. Wir wollen von den erfolgreichen skandinavischen Bildungssystemen lernen", so Niederwieser.

Wenig Vertrauen hat der SPÖ-Bildungssprecher auch in die ÖVP-Ideen betreffend neue Disziplinierungsmaßnahmen für Schüler, die Amon und Gehrer für das nächste Schulpaket im Herbst ankündigen. "Auch wenn sich die ÖVP noch bedeckt hält, wir sind sehr wachsam, wenn jemand Sanktionen für Schüler und neue Erziehungsmittel für Lehrer ankündigt", so Niederwieser. Die SPÖ setze beim Thema Gewalt an Schulen auf die verstärkte Unterstützung für Lehrer und Schüler. Die moderne Schule brauche ein Bündel an Maßnahmen wie Mentoring und Supervision für Lehrer, Mediation zum Thema Konfliktbewältigung für Schüler, sowie die Unterstützung von spezialisierten Fachleuten. Das jetzige Schulsystem sei ein sehr starres und Lehrer wie Schüler fühlten sich mit ihren Problemen oft allein gelassen. "Zu hohe Klassenschülerzahlen und Einsparungen an allen Ecken und Enden tragen sicher nicht zu einer Lösung der Probleme bei", betonte der SPÖ-Bildungssprecher.

Auch eine Entwicklung dahingehend, dass jede Schule ihre eigenen Disziplinierungsvorstellungen auslebt und eine Rechtssicherheit nicht mehr gegeben ist, sei nicht sinnvoll. "Das Schulunterrichtsgesetz muss auch weiterhin einen verlässlichen Rahmen bieten", so Niederwieser abschließend. (Schluss) cs

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