KfV-SERIE "VORMERKDELIKTE" TEIL 5: WENN KINDER FALSCH GESICHERT SIND

Jedes sechste Kind wurde 2004 ungesichert im Pkw befördert - "Nichtbeachten der Vorschriften über die Kindersicherung" ist jetzt ein Vormerkdelikt

Wien (OTS) - 50 km/h werden von den meisten Fahrzeuglenkern nicht als schnell empfunden. Ein frontaler Aufprall mit dieser Geschwindigkeit genügt aber für ein ungesichertes Kind, um mit dem 30-fachen Körpergewicht nach vorne geschleudert zu werden. "Man kann es noch plakativer ausdrücken: Der Aufprall mit 50 km/h entspricht bei einem Kind einem Sturz aus dem dritten Stock", veranschaulicht Dr. Othmar Thann, Direktor des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV), die Folgen nicht vorhandener oder mangelhafter Kindersicherung. "Bereits ein Aufprall mit 15 km/h kann für ein Kind ohne Kindersitz tödlich enden." 2004 verunglückten 1.730 Kinder als Mitfahrer im Pkw, acht Kinder starben. Jedes siebte Kind war zum Zeitpunkt des Unfalls ungesichert. Erst letzte Woche wurde im Bezirk Krems ein mit vier Kindern besetzter Schulbus in einen Frontalunfall verwickelt: Die Schüler im Alter von sieben bis zehn Jahren waren alle nicht angegurtet und zogen sich zum Teil schwere Knochenbrüche, Schulter- und Halswirbelverletzungen zu.

Vormerkdelikt: Nichtbeachtung der Vorschriften über die Kindersicherung

Das Kraftfahrgesetz schreibt vor: "Mit Kraftfahrzeugen und Anhängern dürfen Personen nur befördert werden, wenn deren Sicherheit gewährleistet ist." Das Vormerksystem zielt darauf ab, Kinder unter zwölf Jahren, die kleiner als 150 Zentimeter sind, zu schützen. Diese dürfen nicht auf unmittelbar hinter der Windschutzscheibe gelegenen Sitzplätzen befördert werden, außer sie werden in einem der Größe und dem Gewicht entsprechenden Kindersitz transportiert. Es ist die Pflicht des Lenkers, dafür zu sorgen, dass Kinder nur mitfahren, wenn diese Sicherheitseinrichtungen auch wirklich vorhanden sind und verwendet werden.

Wer mit Gesundheit und Leben von Kindern leichtfertig umgeht, wird in Zukunft sofort eine Vormerkung kassieren. Außerdem gibt es eine Geldstrafe von 36 Euro bei Bezahlung an Ort und Stelle. Im Falle eines Verwaltungsstrafverfahrens reicht der Strafrahmen bis zu 2.180 Euro. Ein Unfall, bei dem sich ein Kind wegen unzureichender Sicherung verletzt hat, zieht ein gerichtliches Strafverfahren nach sich.

Worauf beim Kauf eines Kindersitzes geachtet werden sollte

- Der Sitz muss dem Gewicht des Kindes entsprechen und fest im Fahrzeug verankert werden können. Manche Fahrzeuge sind bereits mit einer ISOFIX-Befestigungsmöglichkeit ausgestattet, für die es ebenfalls geeignete Sitze gibt.

- Nicht jeder Sitz passt in jedes Auto! Deshalb mit Kind und Auto zum Kindersitzkauf gehen.

- Ein Kindersitz nützt mitunter wenig, wenn er falsch montiert ist. Fachkräfte können die richtige Montage am besten vorführen.

- Der Sitz muss getestet worden sein und der Norm ECE-R44 entsprechen.

- Gurt und Kindersitz sollten nach einem Unfall unbedingt ausgetauscht werden

Rückfragen & Kontakt:

Kuratorium für Verkehrssicherheit
Mag. Dolores Omann
Marketing & Kommunikation
Tel.: 01-717 70-225
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