Neues Volksblatt: "Linie" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 28. Juni 2005

Linz (OTS) - Kaum hat SPÖ-Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos in Sachen Asylgesetz einmal versucht, politische Pragmatik vor parteipolitische Dogmatik zu stellen, wird er auch schon zurückgepfiffen. Wobei zurückgepfiffen fast etwas zu verharmlosend klingt für die Art, in der Darabos aus den Reihen des eigenen Parlamentsklubs gemaßregelt wurde. Wurde die Kritik an Darabos mit Zustimmung der Klubobmänner Alfred Gusenbauer und Josef Cap laut, dann sollte sich der Geschäftsführer Sorgen um den Rückhalt in der Parteispitze machen. Zogen die Abgeordneten von sich aus vom Leder, müssen sich alle drei fragen, was in den eigenen Reihen so los ist. Möglicherweise spielt sich dort nichts anderes ab als bei den Grünen, wo den Linken die Annäherung der Parteispitze an die ÖVP mehr als suspekt ist. Den linken Roten wiederum, die sich außer einer Koalition mit den Grünen nichts vorstellen können, mag eine Annäherung an die Regierung ausgerechnet beim Asylgesetz undenkbar erscheinen.
So oder so: Was über Darabos gesagt wurde, nämlich dass er keine kongruente Linie verfolge, gilt eigentlich für die gesamte SPÖ.

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