Neue Erziehungsmittel in der Schule

Kinder- und Jugendanwältin von Wien fordert statt dessen Reformen

Wien (OTS) - Wieder einmal - auffällig oft vor Schulschluss -werden "neue" Erziehungsmittel für SchülerInnen eingefordert.
Im neuen "Schulpaket", das im Herbst angeblich ausgepackt werden soll, wird es, so ist zu befürchten, wieder neue Disziplinierungsmaßnahmen geben.
Die Begründung sei der Zuwachs von "verhaltskreativen" Kindern. Nur Kinder, die Probleme machen, haben meist Probleme und da sollte unsere Gesellschaft wohl anders damit umgehen.
Damit SchülerInnen lernen Konflikte gewaltfrei zu lösen ist es notwendig, ihre soziale Kompetenz zu fördern - das wird möglich durch kommunikative Methoden, wie z.B. Schulmediation.
Auch müsste überlegt werden, wie strukturelle Gegebenheiten in der Schule, die nicht dazu beitragen "verhaltsoriginellen" SchülerInnen zu helfen, geändert werden.
Auch Einsparungen und Anhebungen der Klassenhöchstzahlen tragen nicht unbedingt zu Verbesserung der Situation bei.
Es müsste auch überlegt werden, wie unsere Gesellschaft mit Konflikten umgeht - und - welche Vorbildwirkung wir Erwachsene auf Kinder haben.
Derzeitige Regelungen im Schulunterrichtsgesetz sehen Anerkennung, Aufforderung und Zurechtweisung als mögliche Erziehungsmittel vor -körperliche Züchtigung, beleidigende Äußerungen und Kollektivstrafen sind (noch) verboten.
Sinnvollerweise sollte das Schulsystem als Ganzes durchleutet werden und nicht Sanktionen gegen SchülerInnen als Lösungsmodell beschlossen werden.
Eine Studie von Herrn Univ.-Prof. Volker Krumm aus dem Jahr 2001 legt offen, dass ein Viertel der SchülerInnen an der Macht der LehrerInnen bzw. ihrem Machtmissbrauch leidet - auch die Ergebnisse dieser Studie sollten ebenso in weitere schulische Überlegungen einfließen, wie Aus- und Weiterbildung von LehrerInnen.
Als Kinder- und Jugendanwältin von Wien fordere ich die verantwortlichen PolitikerInnen und Fachleute auf "die ewige Wiederkehr des Gleichen" zu unterlassen und eine wirkliche Reform des Schulwesens zu beginnen - Kinder und Jugendliche haben ein Recht auf eine gute und an ihren Bedürfnissen orientierte Schule.

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Kinder- & Jugendanwaltschaft Wien
Frau DSA Monika Pinterits
Tel: (++43-1) 1708

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