Steigende Überschuldung: KonsumentInnen fehlen Information und Wissen zu Finanzdienstleistungen

Schuldnerberatungen fordern verstärkte Bildungsangebote zu Finanzfragen

Wien (OTS) - Europaweit herrscht ein gravierender Mangel an finanzieller Allgemeinbildung - so das Resümee einer zweitägigen ExpertInnenkonferenz, die Ende letzter Woche in Salzburg zu Ende ging. Gleichzeitig steigt die Überschuldung privater Haushalte. Verstärkte Bildungsangebote zu Finanzfragen seien daher für die Vermeidung und Bekämpfung der steigenden Überschuldung von Privathaushalten unverzichtbar, so die an der Konferenz teilnehmenden SchuldnerberaterInnen und WissenschafterInnen aus Österreich, Deutschland, Luxemburg, Belgien, den Niederlanden, Irland, Portugal und Polen. Informations- und Wissensvermittlung zum Umgang mit Finanzdienstleistungen müsse u.a. Bestandteil von Lehrplänen aller Schulen werden.

Mündige KonsumentInnen durch mehr Finanzbildung

"Es braucht mehr finanzielle Allgemeinbildung, damit mündige KonsumentInnen die Folgen einer Kontoüberziehung genauso realistisch einschätzen können wie unterschiedliche Kreditangebote und deren Rahmenbedingungen", begründet Hans W. Grohs, Geschäftsführer der Dachorganisation ASB Schuldnerberatungen, die zur Konferenz eingeladen hatte, die Forderung nach mehr Investitionen in diesem Bereich.

"Schon Jugendliche sollten früh genug lernen, wie sie mit ihren täglichen Finanzen haushalten können, wie sie Bankkorrespondenzen und Kontozahlen lesen müssen."

Großer Nachholbedarf in Österreich

In Österreich bestehe hier großer Nachholbedarf, entsprechende Projekte der Schuldnerberatungen werden bislang nur von wenigen Bundesländern finanziert. Außerhalb der Schuldnerberatungen gebe es so gut wie keine Angebote.

Andere Länder sind bereits etwas weiter. So werden in Belgien schon seit einigen Jahren Information und Wissen zu Finanzdienstleistungen in sogenannten "KonsumentInnenschulen" vermittelt, die u.a. Kurse zur Haushaltsplanung, zu Versicherungs-und Steuerfragen, Kreditaufnahme und -rückzahlung anbieten.
In den Niederlanden sorgt das "Nationale Institut für Budgetinformationen" für weite Verbreitung von gut verständlichen Informationsmaterialien und Seminaren zu Finanzfragen aller Art.
In beiden Ländern werden die Bildungsinitiativen u.a. von den jeweiligen Nationalbanken unterstützt.

In den Niederlanden wird zusätzlich zu den Informationsangeboten auch auf verantwortlicheres Agieren der Banken beim Umgang von Krediten gesetzt, das durch ein neues "Finanzdienstleistungsgesetz" geregelt wird. Entsprechende gesetzliche Regelungen wären, so Grohs für den Dachverband der Schuldnerberatungen, auch in Österreich notwendig.

Jugendliche als wichtige Zielgruppe

Wichtige Zielgruppe aller Bildungsprojekte sind Jugendliche und junge Erwachsene, die auch im Zentrum der Präventionsarbeit der österreichischen Schuldnerberatungen stehen. "Über 13% der KlientInnen der Schuldnerberatungen in Österreich sind unter 25 Jahre alt", so Grohs, "Tendenz steigend".

Die Schuldnerberatungen reagieren darauf mit innovativen Angeboten, wie z.B. dem von den Kabarettisten Grissemann und Stermann unterstützten Informations-Projekt "No-Budget" in der Steiermark, einem Peer-Projekt mit SchülerInnen in Niederösterreich, sowie Veranstaltungsangeboten in Schulen und Lehrlingsausbildung, Seminare in der Elternbildung und zahlreichen Informationsmaterialien.

Materialien und Informationen zu den Präventionsangeboten österreichischer Schuldnerberatungen unter:

SB Stmk - http://www.no-budget.at
SB OÖ - http://www.klartext.at
SB VPS/OÖ - http://www.schulden.at
IFS SB Vbg - http://www.ifs.at - Schuldenberatung
SB Tirol - http://www.sbtirol.at - Jugendprävention
SB Nö - http://www.sbnoe.at - Prävention

Rückfragen & Kontakt:

Michaela Moser
Tel. 0043-1-9610213-40
Mobil: 0676-544 26 46
mailto: PR@asb-gmbh.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF0003