Heinz Fischer: "Österreicher haben vernünftigen, leisen, aber spürbaren Patriotismus"

Wien/Stuttgart (ots) - Bundespräsident stärkt deutschen Nachbarn den Rücken - Viel Lob für die Beziehungen zwischen beiden Ländern: "Narben sind verheilt"

Bundespräsident Heinz Fischer hat den Österreichern einen "vernünftigen, leisen, aber spürbaren Patriotismus" bescheinigt. In einem Interview mit dem Magazin Reader's Digest sagt Fischer zur Bedeutung von Heimat: "Diese Frage ist in Österreich manchmal als vermintes Gelände empfunden worden. Weil Begriffe wie Heimattreue und Heimatverbundenheit, Heimatliebe und Heimatwehr einen ganz speziellen Touch hatten. Aber heute haben wir das hinter uns." Dieser Patriotismus halte sich "sehr sensibel fern von jeder Form von Chauvinismus", sei "stolz auf das eigene Land" und kenne dessen Geschichte ebenso wie die schönen Regionen und das künstlerische Erbe, ohne auf andere herunterzuschauen. Fischer warnt aber auch:
"Der Spaß hört auf, wenn dieser Stolz verbunden wird mit einer Gegnerschaft oder Herabwürdigung anderer Länder, anderer Kulturen."

Die deutschen Nachbarn forderte der Bundespräsident zu "mehr Optimismus und Selbstbewusstsein" auf. In Deutschland herrsche "eine Neigung, alles, was als Problem empfunden wird, mit der Lupe anzuschauen, und das Positive mit dem umgekehrten Fernrohr". Für solchen Pessimismus gebe es aber keinen Grund: "Deutschland hat das Problem der Arbeitslosen, ist aber trotzdem ein wirtschaftlich enorm starkes Land." Deutsche Arbeitskräfte, deren Zahl in Österreich zuletzt deutlich gestiegen ist, sind Fischer willkommen: "Das ist doch hervorragend. Die sind voll integriert, die bringen wertvolles Know-how mit." Umgekehrt gebe es Österreicher, die in Deutschland sehr geschätzt und in führenden Funktionen seien.

In dem Interview trat der österreichische Bundespräsident außerdem allen Behauptungen entgegen, zwischen den Nachbarstaaten herrsche ein angespanntes Verhältnis: "Was die Befindlichkeit zwischen unseren Ländern angeht, so finde ich sie sehr, sehr gut." Er sei sicher, dass die Beziehungen zwischen beiden Ländern "weiterhin so gut bleiben, wie sie heute sind". Österreich empfinde sich wie ein "brüderlicher Nachbar" zu Deutschland. Und mit Blick auf die Vergangenheit betont Fischer, "die Zeit der Ressentiments" zwischen beiden Nationen sei vorbei: "Es gab die Narben aus der NS-Zeit. Das ist verheilt."

Gerade deutsche Politiker wie Willy Brandt und Helmut Kohl, aber auch Gerhard Schröder genießen laut Fischer hohes Ansehen in Österreich. Alle drei hätten bei ihrer Arbeit stets "nicht nur an ihr Land gedacht, sondern auch an Europa als Ganzes". Dies sei ein großes Verdienst. - Für weitere Informationen zu diesem Reader's Digest-Thema stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Die Juli-Ausgabe von Reader's Digest ist an zentralen Kiosken erhältlich.

Interview mit Heinz Fischer aus der Juli-Ausgabe zum Download:
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