KfV-SERIE "VORMERKDELIKTE" TEIL 4: ALKOHOL AM STEUER

Lange Zeit ein Kavaliersdelikt - jetzt ein Vormerkdelikt: Wer die vorgeschriebenen Promillegrenzen überschreitet, erntet eine Vormerkung

Wien (OTS) - Hin und wieder tiefer ins Glas zu schauen, als einem gut tut, ist entschuldbar, solange man keinen anderen dadurch gefährdet. Zum Drama wird es allerdings, wenn man sich nach einem feucht-fröhlichen Gelage hinters Steuer setzt, obwohl man nicht mehr so ganz Herr seiner Sinne ist. "Die Zahl der bei Alkoholunfällen Getöteten ist in den letzten Jahren zwar gesunken, die Unfälle selbst stagnieren aber weiterhin auf einem viel zu hohen Niveau", weiß Dr. Othmar Thann, Direktor des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV). "Ein Blick in die Statistik zeigt, dass ein Alkolenker bei einem Unfall durchschnittlich zwei andere Menschen mit ins Unglück reißt. Durch die Aufnahme von Alkoholdelikten in das Vormerksystem überlegen sich hoffentlich noch mehr Fahrzeuglenker, ob sie nicht doch lieber ein Taxi nehmen."

Gerade einmal sechs Alkoholunfälle weniger wurden 2004 registriert (2004: 2.835; 2003: 2.841), die Zahl der Verletzten sank sogar nur um 0,1 Prozentpunkte von 4.020 im Jahr 2003 auf 4.017 im letzten Jahr. 67 Menschen mussten mit dem Leben bezahlen (2003: 84). Allerdings kann man davon ausgehen, dass die Dunkelziffer weit höher liegt. Einsame Spitzenreiter unter den Alkolenkern sind Jugendliche zwischen 18 und 24 Jahren. Über ein Viertel der 2.651 Alkolenker stammte 2004 aus der Altersgruppe der jungen Wilden. Besonders gefährlich wird es, wenn die Lenker schwerer Brummis angeheitert auf Tour gehen. Kollisionen mit einem Lkw enden für schwächere Verkehrsteilnehmer nämlich häufig tödlich.

Vormerkdelikt: Übertretung der 0,1 Promille-Obergrenze bei C- und D-Lenkern

Fahrer von Lkw über 7,5 Tonnen (Führerscheingruppe C) und Busfahrer (Führerscheingruppe D) kamen bisher mit einer Strafe von bis zu maximal 2.180 Euro davon, wenn sie mit einem Blutalkohol zwischen 0,1 und 0,49 Promille erwischt wurden. Bewegte sich die Alkoholisierung zwischen 0,5 und 0,79 Promille, gab es eine Geldstrafe zwischen 218 und 3.633 Euro und erst wenn sie zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres enttarnt wurden, wurde der Führerschein für mindestens drei Wochen entzogen.
Ab 1. Juli wird C- und D-Lenkern nicht nur vom Alkohol schwindlig, sondern auch von der Vormerkung, die sie sich gleich bei der ersten Übertretung der 0,1 Promille-Grenze zusätzlich zur Geldstrafe einhandeln. Auch in Zukunft wird aber die Lenkberechtigung sofort entzogen, wenn C- oder D-Lenker 0,8 Promille und mehr nachgewiesen werden. Für jede vorliegende Vormerkung erweitert sich die Entzugsdauer nochmals um je zwei Wochen.

Vormerkdelikt: Übertretung der 0,5 Promille-Obergrenze (alle Lenker)

Eine Strafe zwischen 218 und 3.633 Euro fassten Lenker aller Kraftfahrzeuge bisher aus, wenn sie zum ersten Mal mit trunkenen 0,5 bis 0,79 Promille im Blut erwischt wurden. Als Draufgabe gibt es nun auch eine Vormerkung.

Für Lenker, die sich mit 0,8 bis 1,2 Promille nach wie vor für fahrtauglich halten, gibt es so wie bisher kein Pardon. Ihnen wird -zusätzlich zur Einhebung einer Geldstrafe - die Lenkberechtigung sofort für ein Monat abgenommen, bei Unfall oder Wiederholungstat ist der Schein für mindestens drei Monate weg. Von 1,2 Promille aufwärts wird das rosa Papier für mindestens drei Monate verwahrt (bei 1,6 Promille und mehr: mindestens vier Monate) und eine Nachschulung angeordnet. Und auch hier gilt: Jede bereits vorliegende Vormerkung verlängert den Führerscheinentzug um je zwei Wochen.

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