Senatsvorsitzendenkonferenz: Pressemitteilung zum Treffen am 24. Juni 2005

Wien (OTS) - Die Vorsitzenden der Senate der 23 österreichischen Universitäten haben bei ihrem dritten Treffen am 24. Juni 2005 in Wien über aktuelle Probleme der Universitätsreform beraten. Dabei wurden u.a. die folgenden Stellungnahmen beschlossen:

Konflikt zwischen Senat und Rektor an der Akademie der Bildenden Künste Die Senatsvorsitzendenkonferenz bedauert den Konflikt zwischen Senat und Rektor an der Akademie der Bildenden Künste in Wien. Die ernsten Probleme sind eine Konsequenz des UG 2002, das den Senaten als demokratisch legitimierten und fachlich kompetenten Universitätsleitungsgremien keine geeignete Möglichkeit gibt, wesentliche Entwicklungen an den Universitäten mitzubestimmen, wenn nicht bei allen Leitungsorganen Bereitschaft zur Zusammenarbeit besteht. Die Senatsvorsitzendenkonferenz fordert entsprechende Anpassungen des UG 2002 und erwartet frühzeitig in diesen Prozess eingebunden zu werden.

Studien, Bologna Die Senatsvorsitzendenkonferenz unterstützt grundsätzlich den Bologna-Prozess. Insbesondere wird das Ziel der Verbesserung der Mobilität der Studierenden in Europa begrüßt. Bei der Umstellung auf das dreistufige Studiensystem ist allerdings zu beachten, dass nicht alle Fachbereiche gleichermaßen gut dafür geeignet sind. Es muss daher gewährleistet sein, dass in begründeten Fällen davon ohne negative Folgen für die Betroffenen abgewichen werden kann. Sowohl die Umstellung der derzeitigen Studien auf das Bologna System als auch dessen Verwirklichung verursachen Kosten, die von den Universitäten nicht allein getragen werden können. In Ländern in denen der Prozess bereits weit fortgeschritten ist, wie z.B. in der Schweiz, wurde diesem Umstand von der Politik durch zusätzliche Mittel auch entsprechend Rechnung getragen. Die Senatsvorsitzendenkonferenz bekennt sich vorbehaltlos zur universitären Ausbildung der AHS-Lehrer und ist bereit am Reformprozess mitzuwirken.

Eliteuniversitäten Die Senatsvorsitzendenkonferenz begrüßt die Bereitschaft der Bundesregierung zusätzliche Forschungsmittel in beträchtlicher Höhe zur Verfügung zu stellen. Sie weist darauf hin, dass die österreichische Forschungslandschaft bereits über zahlreiche Einrichtungen der Spitzenforschung verfügt. Wie international üblich sollten diese zusätzlichen Mittel jedoch in einem kompetitiven, fairen Verfahren mit externer Begutachtung vergeben werden. Die Vergabe von Mitteln an ein einzelnes Projekt ohne entsprechende Ausschreibung wird abgelehnt.

Kollektivvertrag Der ordnungsgemäße Ablauf von Forschung und Lehre an den Universitäten erfordert klare arbeitsrechtliche Rahmenbedingungen. Die Senatsvorsitzenden appellieren daher an die Sozialpartner die laufenden KV-Verhandlungen möglichst bald abzuschließen. Gleichzeitig wird die Bundesregierung aufgefordert ihre Verantwortung wahrzunehmen und sich daraus ergebende Mehrkosten abzudecken.

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Tel: 01 47654 5601; E-Mail: helga.kromp-kolb@boku.ac.at

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