Tumpel zur ganztägigen Schule (2): Regierung muss nachbessern

Eltern müssen ein Recht auf ganztägige Schulen für ihre Kinder haben

Wien (OTS) - "Die Regierung lässt die Eltern bei der Nachmittagsbetreuung in den Schulen im Stich", kritisiert AK Präsident Herbert Tumpel: Nicht nur, dass keine finanzielle Unterstützung finanzschwacher Gemeinden beim Aufbau ganztägiger Volkschulen vorgesehen ist - laut Regierungsvorlage für die ganztägigen Schulen sollen die Eltern auch kein Recht auf ganztägige Betreuung haben; und echte Ganztagsschulen (Unterricht, Üben, Freizeit über den ganzen Tag verteilt) sollen nur möglich sein, wenn zwei Drittel der Eltern und Lehrer das wollen. Tumpel fordert zusätzlich zu einem Sonderfinazierungsplan des Bundes ein Recht der Eltern auf ganztägige Schulen - und die Aufhebung der Zweidrittel-Mehrheit für echte Ganztagsschulen.

"Vom Ziel der umfassenden, individuellen Förderung in ganztägigen Schulen ist die Regierung in ihrer Vorlage weit entfernt. Es sind zu wenig Plätze vorgesehen, und es besteht die Gefahr, dass die Schülerinnen und Schüler bloß beaufsichtigt werden", kritisiert Tumpel:

+ Es sollen lediglich dann "Schulen mit Tagesbetreuung" eingerichtet werden, wenn mindestens 15 SchülerInnen dafür angemeldet sind. Dadurch haben Eltern kein Recht auf ganztägige Betreuung für ihr Kind, wie das auch die Zukunftskommission der Bildungsministerin fordert. Denn gleichzeitig soll es nicht möglich sein, eine ganztägige Schule im nächsten Schulsprengel zu besuchen.

+ Echte Ganztagsschulen (Unterricht, Üben, Freizeit über den Tag verteilt) sollen weiter nur eingerichtet werden können, wenn zwei Drittel der Eltern und Lehrer dafür sind.

"Wir brauchen eine Schule, die alle Kinder gleich gut fördert. Und auch die Schule muss ihren Beitrag dazu leisten, dass Beruf und Familie kein Widerspruch sind", sagt Tumpel. Er fordert zusätzlich zu einem Sonderfinanzierungsplan für den Aufbau ganztägiger Schulen einen Rechtsanspruch der Eltern auf einen ganztägigen Schulplatz für ihr Kind - unter anderem durch Aufhebung der Sprengelgrenze für den Besuch ganztägiger Schulen. Außerdem soll die Regierung für bundesweit einheitliche Elternbeiträge mit sozialer Staffelung sorgen. Und in Zukunft soll die einfache Mehrheit der Eltern und Lehrer reichen, damit Unterricht, Üben und Freizeit in einer echten Ganztagsschule über den ganzen Tag verteilt werden können.

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