"trend": Tiwag besteht auf Ötztal-Kraftwerk

Tiwag-Chef Bruno Wallnöfer legt sich beim geplanten Kraftwerksausbau auf die umstrittene Ötztalvariante fest.

Wien (OTS) - Bruno Wallnöfer, der Vorstand des Tiroler Landesstromversorgers Tiwag legt sich - noch während der laufenden Begutachtung des vorgelegten Optionenberichts zum Bau neuer Wasserkraftwerke - auf die umstrittene Ötztalvariante fest. "Ohne die Nutzung der Ötztalgewässer machen Ausbaupläne gar keinen Sinn", zitiert das Wirtschaftsmagazin "trend" in seiner am Dienstag erscheinenden Ausgabe den Tiwag-Chef: "Ohne Wertsteigerung durch Kraftwerksbauten sind wir ein eindeutiger Übernahmekanditat."
Dabei würde das Hauptprojekt im Ötztal nur zur Hälfte der Tiwag zugute kommen, wie "trend" exklusiv berichtet: Die Verbundgesellschaft hat nämlich aus einem alten Vertrag ein Strombezugsrecht über genau 50 Prozent der dort lukrierten Strommenge.
Eva Glawischnig, Energiesprecherin und Vizechefin der Grünen im Parlament sieht bereits bundespolitische Dimensionen bei den von der Tiwag angeführten, österreichweiten Ausbauplänen: "Da ist offenbar eine gigantische Kraftwerkswelle im Anrollen, die ganz im Gegensatz zum Regierungsprogramm steht, wo es vielmehr um Effizienzsteigerungen beim Energieverbrauch geht". Auch Tirol-Tourismus-Chef Josef Margreiter ist skeptisch: "Wir haben wenig Verständnis dafür, dass man mit dem Argument zusätzlicher Energiegewinnung Perlen der Naturlandschaft flutet." Und Ulfert Höhne, Chef des alternativen Stromerzeugers Ökostrom AG beurteilt das Projekt kurz und bündig als Ettikettenschwindel: "Das wird die größte Atomstrom-Megawatt-Waschanlage Europas."

Laut "trend" sind es vor allem die seit zwei Jahren stark ausgeweiteten internationalen Stromgeschäfte (etwa 14.000 GWh), die die Tiwag mit neuen Kraftwerken absichern muss. Den lokalen Tiroler Stromverbrauch dagegen (Großkunden, Haushaltskunden und Eigenverbrauch: 4643 GWh) konnte die Tiwag laut dem bisher unveröffentlichten Geschäftsbericht 2004 exakt mit der Eigenerzeugung plus der damit verbundenen Eintauschenergie (4641,6 Gwh) abdecken. Dass die Stromgeschäfte durchaus lukrativ sind, zeigt auch die Bilanz: Nach rund 35 Millionen Euro im Jahr 2003 konnten 2004 44 Millionen Euro an den Gewinnrücklagen zugeführt werden; in Summe liegen dort bereits rund 500 Millionen Euro.

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