Neues Volksblatt: "Auftrag" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 24. Juni 2005

Linz (OTS) - Wenn die Kärntner SPÖ mit Haiders (damaliger) FPÖ eine Koalition eingeht, zuckt man in der Wiener SPÖ-Zentrale mit den Schultern und erklärt das zum Kärntner Sonderfall.
Wenn Bundesrat Gudenus in der Länderkammer einem rot-grünen Neuwahlantrag zur Mehrheit verhilft, hat man mit dem Mann im wahrsten Sinne des Wortes kein Berührungsproblem, wurde er für diese Heldentat doch sogar von einer SPÖ-Mandatarin abgebusselt.
Aber wenn die einstigen FPÖ- beziehungsweise BZÖ-Bundesräte Kampl und Gudenus nicht Manns genug sind, ihre Abgeordnetensessel zu räumen, dann schreit man bei der SPÖ laut "Skandal" und macht die ÖVP dafür verantwortlich. Und wider besseres Wissen wird immer wieder behauptet, es gebe keine Distanzierung der Kanzlerpartei von den beiden Ewiggestrigen - so als ob beide eine Erfindung der ÖVP wären. Dem eher kleinlich-peinlichen Gezänk ist am besten mit Nationalratspräsident Khol geantwortet, der erst jüngst meinte, dass die Fälle Kampl und Gudenus für die Parteien ein Auftrag seien, "ihre Mandatare in Zukunft sorgfältiger auszuwählen."

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