Österreichischer Neurologieforscher erhält Otto Loewi Preis

WIEN, Österreich, June 23 (ots/PRNewswire) - Ein österreichischer Neurologieforscher, dessen Arbeit über die Art und Weise, wie Nervenzellen sich untereinander bei Erinnerung bzw. Lernen synchronisieren, wird am Samstag dem 25. Juni eine wertvolle nationale Auszeichnung erhalten.

Der diesjährige Otto Loewi Preis der Österreichischen Gesellschaft für Neurowissenschaften wird auf dem Treffen in Obergurgl, Tirol, an Dr Thomas Klausberger verliehen. Mit dem Preis wird der junge Wissenschaftler für seine aussergewöhnlichen Errungenschaften im Bereich der Gehirnforschung gewürdigt.

Dr. Klausberger (30) teilt seine Arbeitszeit zwischen der medizinischen Universität Wien und der britischen Univerity of Oxford auf. Er nutzte eine neue Technik um die Aktivität einzelner Nervenzellen zu messen und herauszufinden wie sie miteinander in Wechselbeziehung treten. Diese Wechselbeziehung ist von zentraler Bedeutung für die Schaffung, Sortierung und das Wiederfinden von Erinnerungen. "Es funktioniert so ähnlich wie ein Symphonieorchester", erläutert Klausberger. "Unser Gehirn befindet sich in einer konstanten rhythmischen Aktivität, die wir Netzwerkschwingungen nennen. Interessanterweise ändert sich der Rhythmus der Gehirnwellen mit unserem Verhalten."

Während des Tiefschlafs produziert unser Gehirn langsame Schwingungen, die aber beschleunig werden, sobald wir unsere Erinnerung bemühen oder wenn wir versuchen, neue Informationen zu erlernen. Und sie wird noch schneller, wenn wir etwas beobachten. Dr Klausberger untersuchte, wie das schwingende Gehirn Informationen verschlüsselt und es diese Informationen mit zuvor Erlebtem im Kontext neuer Ideen und Gedanken in Verbindung bringt. "Ähnlich wie ein Dirigent, der versucht, eine Symphonie durch Trennung der einzelnen Beiträge der einzelnen Instrumente zu untersuchen, untersuchen wir, wie Nervenzellen Gehirnschwingungen produzieren", so Klausberger weiter.

Dr. Klausberger zeigte , dass verschiedenen Gehirnzustände, etwa Schlaf, Angst oder Konzentration, durch unterschiedliche Aktivitätsmuster der Nervenzellen entstehen. Seine Untersuchungen wurden im internationalen Wissenschaftsmagazin Nature veröffentlicht. Seine Enthüllungen sind nicht nur für das gesunde Hirn von grosser Bedeutung, sondern auch für Erkrankungen des Gehirns. So führt beispielsweise Überaktivität zu Epilepsie und bei Schizophrenie scheint der Rhythmus des Gehirns gestört zu sein.

Professor Werner Sieghart,Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Neurowissenschaften,meinte anlässlich der bevorstehenden Preisverleihung, die von dem Pharmaunternehmen GlaxoSmithKline gefördert wird, "Dr. Klausbergers Forschungsarbeit hat Neurologieforschern eine solide und wichtige Basis gegeben, auf der das Verständnis dieser Krankheiten aufbaut werden kann und neue Ideen zur Behandlung entstehen können."

Redaktioneller Hinweis:

Der Preis trägt den Namen des österreichischen Pharmakologen Otto Loewi, der 1936 den Nobelpreis für die Entdeckung von speziellen, von Nervenzellen freigesetzten, chemischen Botenstoffen erhielt. Der Otto Loewi Preis wird alle zwei Jahre von der Österreichischen Gesellschaft für Neurowissenschaften an einen jungen österreichischen Wissenschaftler (unter 40) verliehen. Die Entscheidung wird von europäischen Experten, die bedeutende Beiträge im Bereich der Neurowissenschaften geleistet haben getroffen. Durch den mit 5.500 Euro dotierten Preis sollen insbesondere in Österreich erzielte wissenschaftliche Leistungen gewürdigt werden.

http://www.univie.ac.at/ANA/anahome.htm

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Tel. +43-1-4277-62872, Mobil +43-664-39-57-316, Email
sigismund.huck@meduniwien.ac.at oder von Dr. Thomas Klausberger,
Email thomas.klausberger@pharm.ox.ac.uk, Mobil +43-699-10632730

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