Sozialdemokratischer Wirtschaftsverband Österreich (SWV): Matznetter als Vize-Präsident der Wirtschaftskammer Österreich bestellt

Wir brauchen Gerechtigkeit und Solidarität in der Wirtschaftspolitik

Wien (OTS) - Dr. Christoph Matznetter, Präsident des Sozialdemokratischen Wirtschaftsverbandes Österreich wurde heute bei der konstituierenden Sitzung des WKO-Wirtschaftsparlaments als Vize-Präsident bestellt. In seiner Rede an die Delegierten des Wirtschaftsparlaments pries der neu bestellte Vize-Präsident die wirtschaftlichen Leistungen Österreichs seit 1945 und das weltweit einzigartige System der Sozialpartnerschaft. Ein System, das in den letzten Jahren durch die konservative Bundesregierung mehr und mehr in den Hintergrund gedrängt wurde. Zum Leidwesen der Kaufkraft, denn seitdem sank das Pro-Kopf-Einkommen zu Kaufkraftstandards im Benchmark zum westeuropäischen Durchschnitt.

Im Gegensatz zu Präsident Leitl (ÖVP-Wirtschaftsbund), der heute nachdrücklich die so genannte Steuerreform "als richtige Maßnahme zur richtigen Zeit" lobte - obwohl er noch im Wirtschaftskammerwahlkampf 2005 Kritik übte- forderte Matznetter nachdrücklich steuerliche Entlastungen für Klein- und Mittelbetriebe (KMU) und Einpersonenunternehmen. "Es darf nicht sein, dass einerseits am 1. Jänner 2005 die Investitionsbegünstigungen abgeschafft wurden und andererseits durch die Einführung der Gruppenbesteuerung Großkonzerne keine bis fast keine Steuern zahlen müssen", so Matznetter und weiter "Die Leittragenden sind die KMU. Sie stellen zwei Drittel aller Arbeitsplätze und 85% aller Lehrplätze zur Verfügung, tätigen 2/3 aller Investitionen, tragen zu 60% hinsichtlich der Wertschöpfung bei und sorgen für Lebensqualität und Nahversorgung. Die KMU brauchen eine Steuerpolitik von der sie wirklich profitieren", betont Matznetter.

Weiteres forderte Matznetter die intensive Unterstützung von Unternehmerinnen und JungunternehmerInnen, sowie Maßnahmen zur Stärkung der Kaufkraft. "Einerseits haben die ÖsterreicherInnen zu wenig in ihren Brieftaschen und andererseits haben sie das Vertrauen in die Zukunft verloren und sparen vermehrt, anstatt zu konsumieren und zu investieren. Wir müssen den Menschen das Vertrauen in die Zukunft zurückgeben. Da ist gleichermaßen Wirtschaft wie Politik gefordert", so Matznetter. Wesentlicher Punkt in den Ausführungen des Vize-Präsidenten war auch die Forderung nach der Ausweitung der sozialen Sicherheit für UnternehmerInnen. "Präsident Leitl forderte vor der Wahl die soziale Absicherung für die Wirtschaftstreibenden, jetzt gilt es dies auch umzusetzen", bekräftigt Matznetter.

Der SWV wird sich in den kommenden fünf Jahren - wie auch schon bisher - verstärkt für die KMU und Einpersonenunternehmen, für die Frauen, Jungen und die ZuwanderInnen einsetzen. "Aber darüber hinaus werden wir die Interessen ALLER Wirtschaftstreibenden unterstützen, denn Wirtschaft ist Vielfalt und Wirtschaft braucht Vielfalt. Sollten in Zukunft noch mehr als bereits bisher ganze Berufsgruppen wegbrechen, so leiden nicht nur die betroffenen UnternehmerInnen, sondern es leidet die gesamte Struktur unseres Landes", bedauert Matznetter.

Matznetter wies - trotz der positiven Tendenzen hinsichtlich der Unternehmensgründungen - darauf hin, dass laut KSV bedauerlicherweise im ersten Halbjahr 2005 bereits 3.600 Unternehmen Konkurs anmeldeten. "UnternehmerInnen gehen in Konkurs, weil die für sie wichtigen Rahmenbedingungen nicht existieren. Die Politik ist hier gefragt. Wir müssen daran arbeiten, dass unsere Betriebe existenziell über die Runden kommen. Daher fordere ich nochmals nachdrücklich eine faire Steuerreform, die ALLEN zugute kommt, sowie die Wiedereinführung des Investitionsfreibetrages als erste Sofortmaßnahme" so Matznetter.

"Ich arbeite seit 20 Jahren als Steuerberater. Eine Tätigkeit, die darauf ausgerichtet ist, jenen Menschen, die Hilfe brauchen auch Hilfe zu geben. Jetzt bin ich Interessensvertreter in der Wirtschaftskammer Österreich. Auch hier gilt der gleiche Grundsatz:
Der SWV und ich werden die Interessen der UnternehmerInnen vertreten, ihnen jene Unterstützung geben, die sie brauchen. Solidarität und Gerechtigkeit soll nicht länger ein Widerspruch
zur Wirtschaftspolitik sein", schloss Matznetter.

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