Der Legionärskrankheit wird der Hahn zugedreht

Neue Leitlinie von AGES und BMGF zeigt Maßnahmen auf, mit denen die oft tödliche Infektionskrankheit eingedämmt werden kann

Wien (OTS) - Jedes Jahr werden in Österreich zwischen 51 und 59 Fälle von Legionärskrankheit diagnostiziert. Im Schnitt sterben sechs bis acht Erkrankte an dieser durch das Bakterium Legionella pneumophila verursachten schweren Lungenentzündung. In vielen Fällen ziehen sich die betroffenen Personen die Erkrankung während eines Urlaubs zu: "Insgesamt infiziert sich ein Viertel aller Betroffenen während einer Reise", sagt Univ.-Prof. Franz Allerberger, Bereichsleiter Humanmedizin an der AGES, der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit anlässlich der heutigen Präsentation der Leitlinie "Kontrolle und Prävention der reiseassoziierten Legionärskrankheit". Diese Broschüre, verfasst von Experten der AGES in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Gesundheit und Frauen (BMGF), stellt Amtsärzten und Betreibern von Beherbergungsbetrieben konkrete Anleitungen zur Risikominimierung zur Verfügung.

Gefahr aus dem Duschkopf

Während sich die überwiegende Zahl der betroffenen Österreicher im Ausland ansteckt, werden in anderen Staaten aber auch immer wieder Legionella-Infektionen auf Aufenthalte in Österreich zurückgeführt. "Das Ziel dieser Leitlinie ist daher die Minimierung des Legionellen-Risikos in allen österreichischen Beherbergungsbetrieben. Damit soll sichergestellt werden, dass sowohl die Betreiber als auch die zuständigen Bezirksverwaltungsbehörden ausreichend informiert sind", sagt Hubert Hrabcik, Generaldirektor für öffentliche Gesundheit im BMGF. Denn obwohl für die Behandlung wirksame Antibiotika zur Verfügung stehen und bis dato keine resistenten Erreger nachgewiesen werden konnten, ist die Sterblichkeitsrate vergleichsweise hoch. "Die wichtigste Maßnahme im Kampf gegen diese Infektionskrankheit ist daher die Prävention", sagt Allerberger.

Die neue Leitlinie listet eine ganze Reihe von Maßnahmen auf, mit denen ein legionellensicherer Betrieb von Beherbergungsbetrieben gewährleistet werden kann. Legionellen sind Bakterien, die sowohl im Grundwasser als auch im Oberflächenwasser vorkommen. Sie besiedeln aber auch jegliche Form von künstlichen Wassersystemen. Und hierin besteht auch die Gefahr: Verursacht wird die Legionärskrankheit durch das Einatmen von feinsten Wassertröpfchen (Aerosolen), in denen Legionellen enthalten sind - zum Beispiel unter der Dusche. Personen mit geschwächtem Immunsystem, mit chronischen Lungenerkrankungen und Raucher haben ein erhöhtes Infektionsrisiko. Die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung steigt ab einem Alter von 30 Jahren, wobei Männer gefährdeter sind als Frauen. Besonderes Augenmerk wird in der Leitlinie auf die Wassererwärmungsanlagen gelegt: Beschrieben werden u. a. die notwendigen Wassertemperaturen, Kontrollmaßnahmen oder Maßnahmen bei Neuinstallationen, um nur einige zu nennen.

Überwachung durch die AGES

Seit der Entdeckung der Legionärskrankheit im Jahr 1976 wurden in vielen Ländern Überwachungs-Systeme für Legionella-Infektionen eingerichtet. In Österreich ist am AGES-Institut für medizinische Mikrobiologie und Hygiene Wien, gleichzeitig Sitz der nationalen Referenzzentrale für Legionellen, seit über 15 Jahren ein nationales Melde- und Überwachungssystem für Legionella-Infektionen etabliert. Seit 2001 ist jeder Verdachts-, Erkrankungs- und Todesfall nach dem Epidemiegesetz meldepflichtig. Die Referenzzentrale ist darüber hinaus in ein europäisches Überwachungssystem eingebunden.

Service:

Die Leitlinie "Kontrolle und Prävention der Reise-assoziierten Legionärskrankheit" kann bei der AGES bezogen werden:
Institut für medizinische Mikrobiologie und Hygiene Wien
Währinger Straße 25a
1096 Wien
Tel: +43 (1) 405 15 57-0
Fax: +43 (1) 402 39 00
E-Mail: humanmed.wien@ages.at

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AGES - Österreichische Agentur für Gesundheit und
Ernährungssicherheit GmbH

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