Schwere Arbeitsunfälle am Bau: GBH fordert Maßnahmen

GBH-Driemer: Beste Ausbildung bringt mehr Sicherheit

Wien (GBH/ÖGB) - "Die Bausaison ist voll angelaufen und wie zu befürchten war, häufen sich die schweren Arbeitsunfälle im Baubereich. Allein im letzten Monat gab es mehrere tödliche Arbeitsunfälle, erst gestern starben zwei junge Kollegen. Einmal mehr zeigt sich, dass die vorhandenen Schutzbestimmungen nicht ausreichen, um die Bauarbeiter bei ihrer gefährlichen Tätigkeit wirklich effizient zu schützen," so der ÖGB-Vizepräsident und Bundesvorsitzende der Gewerkschaft Bau-Holz Johann Driemer. ++++

Driemer weiter: "Eine solche Häufung schwerster Arbeitsunfälle muss für die Politik Anlass sein, die gesetzlichen Bestimmungen zum Arbeitnehmerschutz gründlich zu überarbeiten und auszubauen. Nicht zuletzt muss auch überlegt werden, ob die Bestimmungen des Bauarbeiten-Koordinationsgesetzes den praktischen Anforderungen genügen."

Ein weiteres Problem ergibt sich, wie die Gewerkschaft Bau-Holz in ihrer Tätigkeit immer wieder feststellen muss, aus der vermehrten Beschäftigung von Leiharbeitsfirmen als Subunternehmen. Driemer:
"Viele Arbeitnehmer, die von Leiharbeitsfirmen auf Baustellen beschäftigt werden, haben keine fundierte Ausbildung und können daher mit den besonderen Gefährdungen am Arbeitsplatz Bau nicht umgehen. Es muss sichergestellt werden, dass gefährliche Arbeiten am Bau nicht von unausgebildeten Hilfsarbeitern verrichtet werden. Dies gefährdet nicht nur diese Kollegen, sondern alle auf der Baustelle Tätigen. Ich appelliere auch an die Generalunternehmer, besonders darauf zu achten, dass hier nur bestens ausgebildetes Personal eingesetzt wird und dass nicht zuletzt auch der enorme Zeitdruck, der auf Baustellen aufgrund zu kurzer Fertigstellungsfristen herrscht, minimiert wird."

Driemer abschließend: "Es geht hier nicht zuletzt darum, unsägliches menschliches Leid zu verhindern. Mein Mitgefühl ist bei den Familien der Verstorbenen und bei jenen, die durch Arbeitsunfälle bleibende Schäden davontragen und vielleicht auch für immer arbeitsunfähig sind. Mit Präventionstätigkeit und besonderem Augenmerk auf die Arbeitssicherheit konnten die Arbeitsunfallzahlen -nicht zuletzt durch den Einsatz der GBH und der AUVA - deutlich gesenkt werden. Aber wir dürfen uns nicht zurücklehnen und mit dem Erreichten zufrieden sein. Jeder Arbeitsunfall ist einer zuviel. Alle Verantwortlichen sind aufgefordert, die Situation gemeinsam stetig zu verbessern."

ÖGB, 23. Juni
2005
Nr. 400

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