Neues Volksblatt: "Fusionskurs" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 23. Juni 2005

Linz (OTS) - Laut Statistik sind drei Viertel aller Firmenfusionen ein wirtschaftlicher Misserfolg. Selbst einem so gut geführten Unternehmen wie BMW beispielsweise ist es nicht gelungen, Rover zu integrieren. Und dass die Ehe zwischen HVB und BA-CA ein Erfolgsmodell geworden ist, wagt auch niemand zu behaupten.
Die heimischen Arbeitnehmervertreter scheint das, was den Arbeitgebern da weltweit immer wieder widerfährt, nicht zu schrecken. Die Gewerkschaften sind auf Fusionskurs gegangen und aus 13 könnten bald neun Teilgewerkschaften geworden sein. Da lässt man sich auch nicht vom Beispiel der Metaller und der Privatangestellten abhalten, die geschieden waren, ehe sie im gemeinsamen Bett lagen.
Dass die vorbereiteten oder angedachten Fusionen keine Liebeshochzeiten sind, liegt auf der Hand. Zu befürchten ist nur, dass es so sehr um Macht und Geld geht, dass die Interessen der -zwangsweise vereinigten - Mitglieder vernachlässigt werden könnten. Mit der Devise "Wachstum durch Fusion" gestehen die Gewerkschaften außerdem ein, dass sie offenbar für neue Mitglieder nicht mehr sehr attraktiv sind.

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