Schierhuber: Keine Zuckerl für Österreichs Rüben-Bauern

Schierhuber fordert "Fair Trade" für heimische Lebensmittel

Brüssel, 22. Juni 2005 (ÖVP-PD) "Ich sage Ja zu einer generellen Zuckermarktreform, gleichzeitig aber ein klares Nein zum heute vorgelegten Legislativ-Vorschlag der Kommission. Wir müssen faire Rahmenbedingungen schaffen, die es unseren Bauern ermöglichen, eine nachhaltige, wirtschaftlich und sozial verträgliche Zuckerproduktion in der Europäischen Union zu betreiben. In der EU sollen auch in Zukunft Zuckerrüben angebaut werden und in den Fabriken Zucker produziert werden können", sagte heute, Mittwoch, die ÖVP-Agrarsprecherin im Europäischen Parlament, Agnes Schierhuber, nach der Präsentation der Zuckermarktordnung durch die zuständige EU-Kommissarin Mariann Fischer-Boel im Landwirtschaftsausschuss des Europäischen Parlaments. ****

Die Zuckerproduktion sei eine wichtige Säule der österreichischen Landwirtschaft. "Ich fordere daher 'Fair Trade' für Lebensmittel aus österreichischer Produktion. Wir dürfen jetzt nicht überstürzt handeln, sondern mit dem nötigen Fingerspitzengefühl. Sonst wird die Existenz vieler Rübenbauern durch massive Einkommensverluste bedroht", betonte Schierhuber. Es sei aber auch notwendig für Alternativen für Zuckerrübenbauern zu sorgen. "Vor allem im Bereich von Biokraftstoffen gibt es noch sehr viel Potenzial. Wir müssen aber auch beim heimischen Konsumenten das Bewusstsein für unsere landwirtschaftlichen Produkte schärfen", so Schierhuber weiter.

In vielen afrikanischen und südamerikanischen Staaten wie beispielsweise Brasilien produziere man mit anderen Sozial- und Umweltstandards. "Wenn die Märkte für diese Staaten geöffnet werden, ist es notwendig, dass diese Länder gewisse Mindeststandards einhalten müssen. Kinderarbeit und Raubbau an der Natur darf nicht die gängige Praxis werden. Faire Produktion und faires Handeln kann eine Zukunftschance für unsere Rübenbauern bedeuten. Aber auch nachhaltige Produktionsmethoden und die innereuropäische Versorgungssicherheit muss Priorität in der neuen EU-Zuckermarktordnung haben", sagte Schierhuber.

"Zuletzt bleibt noch ungewiss, ob und wie die britische Ratspräsidentschaft unter Tony Blair auf die Sorgen und Ängste unserer Bauern in Europa Rücksicht nimmt. Was wir brauchen ist ein akzeptables Zukunftsszenario für unsere Bauern in den traditionellen Zuckerrübenanbaugebieten", so Schierhuber abschließend.

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