Österreich-Exporte in den Irak florieren trotz schlechter Sicherheitslage

Exporte stiegen 2004 um106 Prozent auf 41 Millionen Euro

Wien (PWK480) - "Der Irak ist für die österreichische Wirtschaft ein Hoffnungsmarkt, der aufgrund der schlechten Sicherheitslage freilich mit großer Vorsicht anzugehen ist", sagt Walter Koren, Chef der Außenwirtschaftsorganisation (AWO) der Wirtschaftskammer Österreich im Hinblick auf die internationale Irak-Konferenz, die heute, Mittwoch, in Brüssel stattfindet. Ungeachtet der schwierigen Situation können sich die österreichischen Exporte in Richtung Irak sehen lassen: Im vergangenen Jahr kletterten die Ausfuhren gegenüber 2003 um 106 Prozent auf knapp 41 Millionen Euro. In den ersten drei Monaten 2005 setzte sich der Aufwärtstrend mit Exportsteigerungen von 46 Prozent auf 8,7 Millionen Euro fort. Die Importe, vorwiegend Öl, stiegen 2004 um 4,5 Prozent auf 37,2 Millionen Euro.

"Das kräftige Exportplus ist erstaunlich, wenn man bedenkt, dass aufgrund der schwierigen Lage kaum österreichische Firmenvertreter in den Irak reisen konnten und auch Montagearbeiten unmöglich sind", so Koren. Exportiert werden vor allem Maschinen und elektrische Geräte, medizinische Verbrauchsgüter, Sicherheitsausrüstungen, Lebensmittel und Papier. Bei vielen Aufträgen ist die österreichische Außenhandelsstelle in Bagdad stark involviert, die österreichischen Firmen trotz der schlechten Sicherheitslage voll zur Verfügung steht. Vor allem von Reisen in den Zentral- und Südirak ist derzeit abzuraten. "Wer sich für den irakischen Markt interessiert, sollte dennoch rasch handeln und den Markteinstieg schon jetzt über die Außenhandelsstelle beginnen", rät Koren.

Besonders gute Chancen ortet der AWO-Chef für österreichische Exportfirmen beim Wiederaufbau der Wasser- und Elektrizitätseinrichtungen, bei Ausrüstungen in der Ölindustrie, bei der Lieferung von Maschinen in die private Leichtindustrie aber auch bei Konsumgütern. "Wir hoffen, langfristig wieder das Exportniveau von 150 bis 200 Millionen Euro zu erreichen, das die österreichische Wirtschaft vor dem ersten Golfkrieg 1991 hatte", betont Koren.

Um interessierte Unternehmen zu unterstützen, hat die AWO darüber hinaus eine Informationsplattform "Wiederaufbau Irak" eingerichtet, für die sich bis dato rund 350 Unternehmen registriert haben. Sie werden laufend über alle Entwicklungen im Irak informiert. Ferner hat die Wirtschaftskammer österreichische Gruppenbeteiligungen an diversen Messen zum Wiederaufbau im Irak organisiert. Im April dieses Jahres war Österreich an der Messe "Rebuild Iraq 2005", die diesmal in Amman (Jordanien) stattgefunden hat, mit 22 Unternehmen besonders stark vertreten. Bereits im Dezember des Vorjahres war eine Delegation der Baghdad Chamber of Commerce in Wien.

Österreich hat dem Irak bis zum Jahr 2007 Hilfen in der Höhe von 16,3 Millionen Euro zugesagt. Davon entfällt der Großteil mit zehn Millionen Euro auf Exportgarantien der Kontrollbank. (SR)

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