GPA: Skandal in der VBV Pensionskasse - Versicherte werden geschoren und sollen gleichzeitig Dividende für Großaktionäre finanzieren

Banken-Betriebsräte gehen in die Offensive: Wechsel der Pensionskasse wird geprüft

Wien (GPA/ÖGB) - Zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen VersichertenvertreterInnen und Großaktionären kam es in den Sitzungen von Aufsichtsrat und Hauptversammlung der VBV Pensionskasse. Gegenstand des Konfliktes ist eine von der Hauptversammlung beschlossene Gewinnausschüttung zugunsten der Großaktionäre (u.a. Wiener Städtische, Erste Bank, Beamtenversicherung und BA-CA), während es gleichzeitig keine Inflationsabgeltung für die Pensionisten gibt und die Pensionen sogar teilweise gekürzt wurden. Die GPA Wirtschaftsbereichsgemeinschaft Finance übt scharfe Kritik und prüft nun einen Wechsel der Pensionskasse bzw. in eine andere Form der Altersvorsorge.++++

"Auf der einen Seite eine Teuerungsabgeltung für die Pensionen abzulehnen und gleichzeitig in die Taschen der Versicherten zu greifen, um Aktionärsinteressen zu bedienen, ist eine unglaubliche Provokation", kritisiert Günter Benischek, Vorsitzender der GPA Wirtschaftsbereichsgemeinschaft Finance.

Mit einem kürzlich beschlossenen Anlassgesetz sanierte der Nationalrat die Pensionskassen auf Kosten ihrer Versicherten und bewahrte sie damit vor dem wirtschaftlichen Aus. Der neuerliche Angriff auf die Interessen der Versicherten wird von der GPA nicht hingenommen. "Die Pensionskassen haben offenbar nicht begriffen, dass es sich bei den Versicherten nicht um Melkkühe, sondern um ihre Kunden handelt. Wir prüfen daher einen Wechsel der Pensionskasse bzw. alternative Vorsorgemodelle", kündigt die stv. Vorsitzende der WBG, Hedi Fuhrmann, an.

Das Präsidium der GPA Wirtschaftsbereichsgemeinschaft Finance fordert Gesetzgeber und Finanzmarktaufsicht zum Handeln auf. Der Gesetzgeber dürfe sich nicht als Steigbügelhalter für derartige Machenschaften hergeben. Wenn die Praxis der VBV Schule mache, werde das ohnehin schwer erschütterte Vertrauen in diese Säule der Pensionssicherung endgültig zerstört.

ÖGB, 22. Juni
2005
Nr. 398

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