Kräuter/Muttonen fordern erneut Seipel-Rücktritt - "Dieser Mann zeigt keine Einsicht"

Vorsitzender des KHM-Kuratoriums wirft Handtuch - RH wird nicht ernst genommen

Wien (SK) SPÖ-Rechnungshofsprecher Günther Kräuter forderte
am Mittwoch in der laufenden Sitzung des RH-Ausschusses erneut den sofortigen Rücktritt von KHM-Direktor Seipel. "Es muss endlich Konsequenzen in dieser Causa geben", betonte Kräuter. "Dieser Mann zeigt trotz einer Vielzahl an aufgezeigten Ungereimtheiten seine zweifelhaften Amtsgeschäfte betreffend keinerlei Einsicht. Die vom Rechnungshof dokumentierten Missstände werden weder von Seipel, vom Kuratorium des KHM, noch von der zuständigen Ministerin Gehrer ernst genommen", so Kräuter gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. SPÖ-Kultursprecherin Christine Muttonen schloss sich der Rücktritts-Aufforderung an, "allerdings auf Basis der vom RH erhobenen Fakten ergänzt um den Rücktritt des gesamten KHM-Kuratoriums". "Fassungslos" zeigte sich Muttonen zur Feststellung Gehrers, man schulde Seipel Lob für seine Amtsführung. "Das ist Realitätsverweigerung pur. Gehrer verknüpft ihr politisches Schicksal mit dem Wirken Seipels." Wie in der Ausschusssitzung bekannt wurde, werde der bisherige Vorsitzende des KHM-Kuratoriums, Sektionschef Wran, "das Handtuch werfen. Der erste Dominostein ist also gefallen", erklärte Kräuter. ****

Der SPÖ-Abgeordnete griff ein gut dokumentiertes Beispiel für die Amtsführung Seipels auf, "welches alleine schon einen klassischen Entlassungsgrund darstellen würde": Seipel unterschrieb den Vertrag über den Verkauf seines eigenen PKW an das KHM sowohl als Käufer als auch als Verkäufer. Das ist laut Rechnungshof ein klassisches, verbotenes "In-Sich-Geschäft" bzw. unzulässiges Selbstkontrahieren. SPÖ-Abgeordnete Muttonen bekräftigte, dass "Direktor Seipel dem Museum massiven internationalen Schaden zugefügt hat". Wer "den heutigen Auftritt von Seipel, Ministerin Gehrer sowie den anwesenden Mitgliedern des KHM-Kuratoriums mitverfolgt hat, der weiß, warum die Regierungsfraktionen die Öffentlichkeit der Ausschusssitzung um jeden Preis verhindern wollten", so Muttonen.

Fehlende Reisebeläge, Schwund im Museumsshop usw. - alle vom Rechnungshof erhobenen Missstände im Museum sollen offensichtlich ohne Konsequenzen bleiben, wie die Haltung von Seipel, seinem Kuratorium und Ministerin Gehrer in der heutigen Ausschusssitzung nahe legt. Kräuter forderte in Richtung Gehrer, dass Staatssekretär Morak die Kosten für seine großspurig auf Steuerzahlerkosten im KHM gefeierte Geburtstagsparty zurückzahlen soll. Gehrer quittierte dies mit der Feststellung, sie gebe keine Ratschläge. Kräuter dazu abschließend: "Das ist eine Gemeinheit gegenüber den Steuerzahlern dieses Landes! (Schluss) ps/mp

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