Alpbacher Technologiegespräche 2005: "Forschung, Entwicklung, Produktion - eine globale Neuordnung der Standorte"

Wien (OTS) - Von 25. bis 27. August finden im Rahmen des Europäischen Forums Alpbach die Technologiegespräche statt, die von der Vereinigung der Österreichischen Industrie, den Austrian Research Centers und dem ORF (Radio Österreich 1) organisiert werden. Internationale Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik werden in Plenarveranstaltungen und Arbeitskreisen zum Thema "Forschung, Entwicklung, Produktion - eine globale Neuordnung der Standorte" diskutieren. Das Programm im Detail ist abrufbar unter http://www.alpbach.org.

Die Standortdiskussion in Europa wird häufig unter dem Gesichtspunkt der "Billigimporte" aus China und anderen Niedriglohnländern geführt. Unbemerkt hat sich daneben eine weitere, für den Standort Österreich mindestens ebenso wichtige Entwicklung ergeben: Wissenschaft und Forschung werden nach Asien verlagert. Die Entwicklungsabteilungen großer internationaler Unternehmen entdecken immer mehr die Vorzüge, die ein F&E-Standort in einem der asiatischen Länder bietet. Zu diesem Thema wird u.a. Raghunath Anant Mashelkar, Director General des Council of Scientific Industrial Research, Neu Delhi, der für 23.000 Wissenschafter verantwortlich ist, im Rahmen der Plenarveranstaltung "Wissenschaft und Forschung - eine globale Neuordnung der Standorte" sprechen.

Die Selbständigkeit der Universitäten hat nach der Universitätsreform 2002 auch neue Verantwortung mit sich gebracht. Dies gilt insbesondere für die Verwertung von dem an den Universitäten erarbeiteten Wissen. Besonders im angloamerikanischen Raum werden nicht unerhebliche Teile des Budgets durch den Verkauf von Lizenzen oder Know-how der Universitäten erwirtschaftet. In Österreich ist diese Entwicklung erst ganz am Anfang. In der Plenarveranstaltung "Zusammenarbeit Universität und Industrie - die atlantische Sicht, die österreichische Lösung" mit Referenten aus Kanada, Frankreich und Schweden wird die österreichische Situation u.a. von Knut Consemüller, Vorsitzender des Rates für Forschung und Technologieentwicklung in Wien und Monika Kircher-Kohl, Finanzvorstand der Infineon Technologies Austria AG diskutiert.

Wissenschaftliche Exzellenz beherrscht die Diskussion insbesondere im Zusammenhang mit der "University of Excellence" nach den Vorschlägen von Anton Zeilinger, dem "Austrian Institute of Advanced Science and Technology" (AIACT). Bespiele für wissenschaftliche Exzellenz werden Paul J. Crutzen, Nobelpreisträger für Chemie, Richard Dawkins, Evolutionsbiologie aus Oxford, Gerard ‘tHooft, Nobelpreisträger für Physik aus Holland und Martin Nowak, in Harvard lehrender Österreicher, demonstrieren.

Interdisziplinäre und spannungsreiche Zugänge bieten die Technologiegespräche auch zu Themen wie "Sicherheit", "Klimawandel", "Der Wissenschafter als Berater" oder "Wissenschaft und Technik für Venedig - Konzepte zur Bewahrung des Weltkulturerbes". Zu den weiteren Vortragenden zählen u.a. Alan Colman, ES Cell International, Singapore; Philip Campbell, Chefredakteur "Nature"; Klaus von Klitzing, Nobelpreisträger für Physik, Max-Planck-Institut für Festkörperforschung, Stuttgart; Caroline Fletcher, Cambridge Coastal Research Unit, University of Cambridge; Politikberater Frank Press, Washington; Jean-Marie Lehn, Nobelpreisträger für Chemie, Universität Strassburg oder Hildegunde Piza, Universitätsklinik für Plastische und Wiederherstellungschirurgie, Innsbruck.

Zusätzlich zu den Plenarveranstaltungen gibt es zehn Arbeitskreise die sich Themen wie "Elektronik im Automobil", "Brennstoffzellen und Wasserstoff - Zukunft des Verkehrs", "Die Wissenschaft in Produkten des täglichen Gebrauchs", "Exzellenz - eine Frage des Geschlechts", "Converging Technologies", "Vom Wissenschaftsjournal zur Schlagzeile:
Wissenschaft und die Medien", "Nanotechnologie", "Technologie- und Standortstrategien für Unternehmen", "Sicherheit der Energieversorgung" oder "Europäische Strategien für internationale Forschungskooperationen" widmen.

"Junior Alpbach" ist auch heuer ein Fixpunkt der Technologiegespräche. Mit dem Ziel, den Entdecker- und Forschergeist der jungen Menschen zu wecken und zu fördern, werden Wissenschafter gemeinsam mit den Jungendlichen das Programm gestalten.

Als Pilotprojekt wurde eine CD-Rom über die Alpbacher Technologiegespräche 2004 produziert, die an die Teilnehmer versandt wird und bei den Veranstaltern angefordert werden kann (Sekretariat Alpbacher Technologiegespräche, Claudia Klement, A-2444 Seibersdorf, Telefon: +43/ (0) 50 550-2045, Telefax: +43/ (0) 50 550-2044, E-mail:
claudia.klement@arcs.ac.at). Dieses Projekt wird fortgeführt: Auch heuer wird es eine CD-Rom geben, auf der die wesentlichen Impressionen der Technologiegespräche 2005 dokumentiert werden.

Die Alpbacher Technologiegespräche finden in Kooperation mit den Bundesministerien für Verkehr, Innovation und Technologie; Bildung, Wissenschaft und Kultur; Wirtschaft und Arbeit und der Tageszeitung "Die Presse" statt. Als zusätzliches multimediales Angebot werden die Plenarveranstaltungen der Alpbacher Technologiegespräche von der Telekom Austria als Live-Stream im Internet übertragen:
http://www.alpbach.org (ih)

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