Prammer fordert Richtungswechsel in der österreichischen Frauenpolitik

Kritik der SPÖ-Bundesfrauenvorsitzenden anläßlich des Weltfrauengipfels "Global Summit of Women"

Wien (SK) Anlässlich des Weltfrauengipfels "The Global Summit of Women" in Mexiko vom 23. bis 25. Juni fordert die Zweite Nationalratspräsidentin und SPÖ Bundesfrauenvorsitzende Barbara Prammer einen deutlichen Richtungswechsel in der österreichischen Frauenpolitik. "Wie sollen wir international eine Rolle spielen, wenn die Frauenpolitik der Regierung hierzulande ein armseliges Schattendasein fristet?, fragte Prammer. "Die Konferenz findet auf historischem Boden statt. Vor genau 30 Jahre hat hier die erste UNO Weltfrauenkonferenz stattgefunden, die für die internationale Frauenbewegung ein wichtiger Motivationsschub war." ****

"Ich würde mir wünschen, dass Österreich in Sachen Frauenpolitik wieder ein Vorbild wäre, leider ist das aber nicht der Fall. Bis zum Jahr 2000 war Österreich in vieler Hinsicht noch richtungsweisend, meinte die SPÖ-Bundesfrauenvorsitzende am Mittwoch gegenüber dem Pressedienst der SPÖ. Mit dem Gewaltschutzgesetz 1997 ist es beispielsweise gelungen, den Täter für eine Zeit lang aus der Wohnung zu weisen. Dieses Gesetz wurde mittlerweile von vielen europäischen Staaten kopiert. Der Antritt der schwarz-blauen Regierung habe aber eine empfindliche Kehrtwende gebracht, so Prammer. So sei seither die Zahl der Interventionsstellen nicht erhöht worden. Durch Sparmaßnahmen ist die Betreuung keineswegs gesichert.

Von internationaler Seite hagelt es zunehmend Kritik. Prammer verwies auf die jüngste Analyse des Weltwirtschaftsforums, wonach Österreich bei der Chancengleichheit an 28. Stelle von 58 Staaten steht. Kritisiert wird in erster Linie die mangelnde Umsetzung des Prinzips "gleicher Lohn für gleiche Arbeit". Auch was den Zugang der Frauen zur Bildung anbelangt rangiert Österreich weit hinten an 38. Stelle.

Der "Global Summit of Women" hat das Ziel einer weltweiten Netzwerkbildung zur Stärkung von Unternehmerinnen. Frauen führen ein Drittel aller Kleinbetriebe in Kanada, in den Vereinigten Staaten und in Europa. In Japan besitzen sie ein Viertel von Kleinunternehmen. In den Ländern der sogenannten Dritten Welt besitzen Frauen Geschäfte, die die aufkeimende Wirtschaft fördern.

Auch in Österreich sind ein Drittel der Unternehmerinnen weiblich, 80 Prozent davon sind jedoch Einzelunternehmerinnen. Ein Großteil davon ist in schlecht bezahlten Branchen tätig und muss mit einem Einkommen von unter 7500 Euro pro Jahr ihr Auslangen finden. Für Österreich fordert Prammer daher ein Maßnahmenpakt: Den Ausbau der weiblichen Netzwerke, eine Steuerreform zur Entlastung der Klein- und Kleinstunternehmen und flächendeckende Kinderbetreuungseinrichtungen. Frauen brauchen unbedingt bessere Zugänge zu Start- und Risikokapital um ein Unternehmen aufzubauen.

Es gebe niemanden in der derzeitigen Regierung, der sich für Frauenpolitik stark mache, so Prammer abschließend. (Schluss) ah/mm

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