Stadlbauer zum Zivildienst: Prokop agiert gegen die Frauen

Wien (SK) "Den Zivildienst für Frauen zu öffnen, bringt den Frauen überhaupt nichts, sondern ist einzig dazu, da um Lücken im Sozial-und Pflegewesen billig zu schließen und die Löhne nach unten zu treiben", meinte Nationalratsabgeordnete und SPÖ Bundesfrauengeschäftsführerin Bettina Stadlbauer heute zur gestrigen Diskussion im Innenausschuss des Nationalrates. "Innenministerin Liese Prokop konnte gestern kein einziges plausibles Argument für die Öffnung des Zivildienstes für Frauen vorbringen, aber sie beharrt trotzdem auf dem Vorschlag", erklärte Stadlbauer. Die von Prokop angeführte Begründung, weil "das die Zivildienstkommission so vorgeschlagen habe", zeuge von ihrer Oberflächlichkeit. Andere sinnvollere Vorschläge der Zivildienstkommission wie die gesetzliche Verankerung einer Interessensvertretung für Zivildiener seien von ihr zum Beispiel abgeschmettert worden. ****

Die Öffnung des Zivildienstes für Frauen sei keineswegs im Interesse der Frauen. Es eröffnen sich dadurch keinerlei berufliche Perspektiven, sondern die Frauen werden damit künstlich in einer Warteposition auf einen ausreichend bezahlten Arbeitsplatz gehalten. Außerdem bestünde auch kein Bedarf, denn die Möglichkeit des freiwilligen Sozialjahres gebe es ja bereits und wird im Übrigen nur von rund 100 Frauen im Jahr angenommen.

Das Ungleichgewicht zwischen Frauen und Männern in Bezug auf unbezahlte Arbeit sei nach wie vor viel zu hoch. Frauen leisten bereits jetzt sehr viel freiwilligen Dienst an der Gesellschaft wie die Betreuung von Kindern und die Pflege von Angehörigen. Wenn sie jetzt dafür herangezogen werden, um Lücken im Pflege- und Sozialsystem billig zu schließen, dann bürde man ihnen einen zusätzlichen Rucksack auf, auch wenn es unter dem Deckmäntelchen der Freiwilligkeit passiere.
Es könnte aber auch sein, dass die Regierung damit die Arbeitslosenstatistiken schönen wolle.

"Schüssel brüste sich fortwährend damit, Frauen in die Regierung geholt zu haben. Wenn diese aber eine frauenfeindliche Politik befürworten, ist das umsonst. Die SPÖ wird alles dafür tun, damit die Öffnung des Zivildienstes für Frauen nicht beschlossen wird", so Stadlbauer abschließend. (Schluss) ps/mm

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