FAMILIENLASTENAUSGLEICH - KERNSTÜCK DER SOZIALEN MARKTWIRTSCHAFT Khol: Österreich stets Vorreiter in der Familienpolitik

Wien (PK) - Nationalratspräsident Dr. Andreas Khol betonte heute im Rahmen des Festakts anlässlich 50 Jahre Familienlastenausgleich im Parlament die grundsätzliche Bedeutung dieser solidarischen Leistung aller Erwerbstätigen für die Familien. 1955 sei der Familienlastenausgleich eingeführt worden, gespeist von den Beiträgen aller Erwerbstätigen zum Familienlastenausgleichfonds.

Khol strich hervor, dass dem Grundsatz der Solidarität der Katholischen Soziallehre entsprechend, alle – auch die Kinderlosen und jene, deren Kinder bereits selbst erwerbstätig sind – zur Unterstützung der Familien mit Kindern beitragen.

„Der Familienlastenausgleich ist eine Errungenschaft der Sozialen Marktwirtschaft, die ihrerseits als christdemokratisches Gegenbild zur liberalen freien Marktwirtschaft vor allem nach dem 2. Weltkrieg entwickelt wurde", so Khol. Dieses Gedankengebäude der Sozialen Marktwirtschaft sei untrennbar mit den päpstlichen Sozialenenzykliken, den Namen Ludwig Erhard und Müller-Armack sowie den österreichischen Soziallehrern Johannes Messner und Johannes Schasching verbunden. „Zusammen mit der Altersversicherung, dem sozialversicherungsrechtlichen Gesundheitsschutz, der Arbeitslosenversicherung und der vom Staat gewährten gleichen, kostenlosen Ausbildung ist der Familienlastenausgleich der soziale Rahmen des Marktes."

Die Grundsätze der Sozialen Marktwirtschaft spiegelten sich auch in den Grundlagen der Europäischen Union, wie sie in den Römer Verträgen festgelegt sind, wider: „Die EU war und ist eine Gemeinschaft, die nicht vom Neoliberalismus, sondern von der Sozialen Marktwirtschaft geprägt ist. Auch der Europäische Verfassungsvertrag bringt dies zum Ausdruck", sagte der Nationalratspräsident, der darauf hinwies, dass Österreich mit dem Familienlastenausgleich schon früh eine Vorreiterrolle eingenommen habe. „Der Familienlastenausgleich war wesentliches Element des legendären Raab-Kamitz-Kurses, der in der österreichischen Sozialpartnerschaft entwickelt wurde und den österreichischen Aufstieg zu einem der reichsten Länder der Welt bewerkstelligte." Diese Vorreiterrolle, die mit Inkrafttreten des Familienlastenausgleichsgesetzes am 1. Jänner 1955 übernommen wurde, habe Österreich auch in den folgenden Jahrzehnten beibehalten, so der Nationalratspräsident, der auf die Einführung der Familienbeihilfe (1968), des Karenzgeldes (1974), des Familienhärteausgleichs (1988) und des Kinderbetreuungsgeldes (2002) hinwies.

„Österreich kann stolz auf den Familienlastenausgleich sein, der wesentlich dazu beiträgt, dass die Familien die Wahlfreiheit haben, ihre eigene berufliche Tätigkeit selbst zu gestalten und mit dem Bekenntnis zum Kind zu verbinden. So ist der Familienlastenausgleich zu einem Eckpfeiler unseres sozialen Rechtsstaates geworden", so der Nationalratspräsident abschließend. (Fortsetzung)

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