KfV-Serie "Vormerkdelikte" - Teil 2: PUNKTE AUF DEM PANNENSTREIFEN

Das KfV informiert über das Vormerkdelikt: Befahren des Pannenstreifens mit gleichzeitiger Behinderung u.a. von Einsatzfahrzeugen

Wien (OTS) - Der wohlverdiente Sommerurlaub naht - und mit ihm sicherlich einige Blechlawinen, die den Weg ins Sonnenparadies zur Tortur werden lassen. Doch egal wie sehr ein Stau auch an den Nerven zehrt: Den Pannenstreifen als zusätzliche Spur zu nutzen, um rascher vorwärts zu kommen und der Blechkolonne zu entfliehen, ist streng verboten. Ein derartiges Verhalten stellt eine hochgradige Gefährdung von Menschenleben dar, wenn ein lebensrettender Einsatz von Polizei, Rettung oder Feuerwehr behindert und damit die Rettungskette unterbrochen wird. "Allein im Jahr 2004 wurden auf Österreichs Autobahnen 3.855 Menschen verletzt, 125 fanden den Tod. Vielleicht wäre für einen von ihnen die Hilfe noch rechtzeitig gekommen, wenn andere Lenker nicht verbotenerweise den Pannenstreifen verstopft hätten", erläutert Dr. Othmar Thann, Direktor des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV), die Bedeutung dieses Teils der Straße.

Vormerkdelikt: Pannenstreifen-Befahren mit Behinderung von Einsatzfahrzeugen

Wer ab 1. Juli mit einem mehrspurigen Kfz den Pannenstreifen befährt und dadurch Einsatzfahrzeuge behindert, kann sich zusätzlich zu einer Geldstrafe von im Höchstfall bis zu 2.180 Euro einer Vormerkung im Führerscheinregister sicher sein. "Der Pannenstreifen dient nicht nur als Anhaltefläche bei Defekten und Unfällen, sondern vor allem auch als schnelle Zufahrtmöglichkeit für Einsatzfahrzeuge im Notfall. Er hat also eine lebensrettende Funktion. Den Pannenstreifen zu blockieren, ist eine gefährliche und unverantwortliche Verhaltensweise. Die Aufnahme dieses Delikts ins Register des Vormerksystems unterstreicht, dass der Pannenstreifen - abgesehen von der berechtigten Benutzung wegen eines Gebrechens - eine absolute Tabuzone ist", betont Thann. Zusätzlich zu den klassischen Einsatzfahrzeugen von Polizei, Feuerwehr und Rettung dürfen laut neuer Gesetzeslage auch Fahrzeuge des Straßendienstes, der Straßenaufsicht oder des Pannendienstes nicht durch das Befahren des Pannenstreifens behindert werden.

So funktioniert das Vormerksystem

Das Vormerksystem, dessen Ziel die Erfassung von Mehrfachtätern und Hochrisikolenkern ist, tritt am 1. Juli 2005 in Kraft. Jene Delikte, die schon bisher den Entzug der Lenkberechtigung zur Folge hatten (u.a. Alkoholisierung ab 0,8 Promille, Geschwindigkeitsübertretungen), bleiben vom Vormerksystem unberührt. Ein neues Entzugsdelikt ist aber dazugekommen: Wer weniger als 0,2 Sekunden Sicherheitsabstand hält (das entspricht bei 130 km/h einer Distanz von etwa 7,2 Metern), muss den Führerschein ebenfalls sofort abgeben.

Wird eines der 13 Vormerkdelikte begangen, gibt es beim ersten Mal eine Vormerkung im Führerschein-Register. Begeht man innerhalb von zwei Jahren ein weiteres Delikt, muss der betroffene Lenker an einer besonderen Maßnahme teilnehmen (z.B. Nachschulung, Fahrsicherheitstraining). Diese Maßnahmen sind von der Behörde auch dann anzuordnen, wenn gleichzeitig mehrere Vormerkdelikte begangen werden. Bei der dritten Übertretung innerhalb von zwei Jahren wird die Lenkberechtigung für mindestens drei Monate entzogen. Vormerkungen werden nach zwei deliktfreien Jahren nicht mehr berücksichtigt.

Wien, 22.06.2005

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