Neues Volksblatt: "Scheidung" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 17. Juni 2005

Linz (OTS) - Angesichts der Kornblume als Symbol der FPÖ - welcher FPÖ eigentlich? - kann man das, was sich derzeit zwischen Blauen und Orangen abspielt, schlecht einen Rosenkrieg nennen. Eine Tragikomödie ist es allemal - für den politischen Beobachter ebenso wie für die Parteigänger der Streitparteien.
Dass bei Scheidungen die Fetzen fliegen, ist nichts Ungewöhnliches, und dass die Streitigkeiten deswegen so ausarten, weil es meist nur ums Geld geht, ist auch nichts Neues. Aus medienrechtlichen Gründen kann man gar nicht mehr alles berichten, was sich die Duellanten quer durch Österreich über Aussendungen an den Kopf werfen. Warum sich zwei Parteien, die in der Wählergunst ohnehin nur mehr knapp diesseits der Registrierbarkeit liegen, bar jeder politischen Diskussionskultur zeigen, ist letztlich deren eigene Angelegenheit. Dass man damit aber auch einen Beitrag zur ohnehin viel beklagten Politikverdrossenheit leistet, steht auf einem anderen Blatt. Für jemanden, der sich - ob als Opposition oder Regierungspartei - zu staatspolitischer Verantwortung bekennen sollte, ist das ein ziemliches Armutszeugnis.

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