Wlodkowski zu EU-Budget: Keine Kompromisse auf Kosten der Bauern

Unsachliche Kritik an "hohem" Anteil des Agrarbudgets

Graz (AIZ) - "Die derzeitige Diskussion über das künftige Budget der Europäischen Union darf nicht zu Kürzungen auf dem Rücken der Bauern führen", stellt heute der Präsident der Landwirtschaftskammer Steiermark, Gerhard Wlodkowski, in einer Aussendung fest. Wlodkowski erinnerte daran, "dass die EU-Budgetbeschlüsse für die Landwirtschaft im Jahre 2002 vor dem Beitritt der neuen Mitgliedsländer für die kommende Periode gefasst wurden. Diese Beschlüsse waren Teil eines Gesamtpaketes, in dessen Rahmen die Agrarpreise weiter abgesenkt wurden", so der Präsident.

Die bestehenden Ausgleichszahlungen seien den Bauern als teilweise Kompensation für diese Preissenkungen versprochen worden, betonte Wlodkowski. Er verlangt, dass diese Zusagen weiter gelten müssten. Jedes Abgehen von dieser Linie wäre für die Vertreter der Landwirtschaft unakzeptabel. Es müsse alles unternommen werden, um die Finanzierung der Gemeinsamen Agrarpolitik langfristig für die Landwirte zu sichern.

"Die ständig kolportierten 40% Agrarausgaben innerhalb des EU-Budgets kommen daher, dass die Agrarpolitik als einziger Bereich EU-weit und nicht national budgetiert wird. Will man nicht Äpfel mit Birnen vergleichen, müssen diese Ausgaben im Kontext der 25 nationalen Budgets sowie des EU-Budgets gesehen werden. Auf dieser wirtschaftlich seriös berechneten Basis betragen die Agrarausgaben in den öffentlichen Haushalten nicht einmal 2%, gab Wlodkowski zu bedenken. Er verwies darauf, dass die Landwirtschaft einschließlich des vor- und nachgelagerten Bereiches in Österreich mehr als 450.000 Arbeitsplätze sichere.

Kritik an schrankenloser Liberalisierungspolitik

"Auch in Zukunft muss in diesem Land die wirtschaftliche Möglichkeit gesichert bleiben, agrarische Produkte zu erzeugen, zu verarbeiten und zu vermarkten. Es wäre gänzlich falsch, die Erzeugung unserer Grundnahrungsmittel schrittweise nach Übersee auszulagern. Dies aber droht, wenn die Europäische Union ihre Liberalisierungspolitik fortsetzt und die Mittel für die Landwirtschaft kürzt. Solche Ideen kann nur jemand vertreten, der noch nie eine Krisensituation mit einem teilweisen Zusammenbruch der Nahrungsmittelversorgung miterlebt hat. Davor sind wir aber angesichts der weltweiten Klimaveränderung heute weniger gefeit als in früheren Jahrzehnten", warnte der Präsident. Die Zahlungen der EU für die europäische Landwirtschaft seien daher auch eine Versicherungsprämie für eine gesicherte Versorgung in Krisenzeiten. (Schluss)

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