Bundesarbeitskammer (3): AK verlangt Reformen bei Bildung und Ausbildung

Anträge für bessere Bildungschancen in Schule, Berufsausbildung, an der Uni und bei der Weiterbildung

Villach (OTS) - Mehr und bessere Bildungschancen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene fordert die AK in der Debatte auf der heute in Villach tagenden Hauptversammlung der Bundesarbeitskammer, auf der PISA-Koordinator Günter Haider als Gastreferent auftrat. Nach dem schlechten Abschneiden Österreichs beim internationalen Schulvergleich PISA muss es ein Recht auf Förderunterricht in der Schule geben, ein Vorschuljahr, ein Recht auf ganztägige Betreuung und rasch erste Schritte in Richtung einer gemeinsamen Schule für alle 6- bis 14-Jährigen, fordert die AK. "Es geht um das individuelle Schicksal der Jungen, und gleichzeitig um die wichtigste Ressource für die Zukunft des Landes," sagte AK Präsident Herbert Tumpel.

Als "Erfolgsfaktoren" für eine moderne Schule, die "möglichst viel Bildung für möglichst viele Menschen" bringen müsse nannte Günter Haider in seinem Vortrag
- ein verpflichtendes Kindergartenjahr für die Frühförderung,
- die ganztägige Betreuung und ein Recht auf einen Betreuungsplatz, - das Überdenken der frühen Selektion mit 10 Jahren und
- die drastische Reduzierung des Wiederholens,
- eine bessere Aufteilung und Nutzung der Unterrichtszeit über das ganze Schuljahr und
- Maßnahmen, damit weniger Schulzeit entfällt,
- mehr Schulautonomie, Schulpartnerschaft und die Einbeziehung der SchülerInnen,
in "Modellschulen" solle sofort mit der Umsetzung begonnen werden.

Für bessere Chancen der ÖsterreicherInnen auf Bildung, Ausbildung und Weiterbildung hat die Bundesregierung dringend Nachholbedarf - in praktisch jedem Bereich von der Schule bis zur Erwachsenenbildung sind Verbesserungen nötig, heißt es in mehreren Anträgen an die Hauptversammlung der Bundesarbeitskammer:

+ Schule: Der Abbau von 5.500 PflichtschullehrerInnen in den letzten Jahren hat zu einer extremen Rücknahme der Förderung geführt, kritisiert die AK. Sie fordert nach dem schlechten Abschneiden Österreichs beim Schulvergleich PISA ein Recht auf Förderung in der Schule zumindest auf die Dauer der Pflichtschulzeit. Nötig sei auch ein verpflichtendes Vorschuljahr in Kooperation von Kindergarten und Schule und ein Recht auf ganztägige Betreuung. Bei der Umsetzung der ganztägigen Schule sei zunächst Bedarfsdeckung im Volksschulbereich nötig, darüber müsse der Bund mit den Ländern und Gemeinden Verhandlungen aufnehmen. Zur Einführung der gemeinsamen Schule für 6-bis 14-Jährige sollen zunächst mehr Schulversuche ermöglicht und die Lehrerausbildung in Richtung Stufenlehrerausbildung umgestellt werden.

+ Berufsausbildung: In den Auffangnetz-Lehrgängen zur Jugendausbildung werden mittlerweile doppelt so viele Mädchen und Burschen ausgebildet wie noch vor zwei Jahren. Dringend nötig ist nach Auffassug der AK die Sicherung der Qualität der Ausbildung. Das Wirtschaftsministerium soll zusammen mit Arbeitsmarktservice und Sozialpartnern Qualitätskriterien festlegen, geachtet werden muss insbesondere auf die Vermittlung der Fertigkeiten und Kenntnisse des jeweiligen Lehrberufs.

+ Uni-Zugang: Die AK lehnt zusätzliche Hürden zum Studium ab, sollte der Europäische Gerichtshof Beschränkungen für ausländische Studierende abschaffen. Die Regierung muss mit der EU verhandeln, damit es weder einen unbewältigbaren Zustrom aus dem Ausland noch Einschränkungen für österreichische MaturantInnen gibt.

+ Weiterbildung: Als Grundlage für die Verbesserung der Weiterbildung der ArbeitnehmerInnen fordert die AK "PISA auch für Erwachsene".

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