100.000 Menschen in Österreich leiden an Alzheimer-Demenz

Servicemappe für Patienten und Angehörige präsentiert

St. Pölten (NLK) - Im Landhaus in St. Pölten fand heute Vormittag eine Enquete mit dem Titel "Demenz vom Alzheimer-Typ" statt. Sie wurde vom NÖ Gesundheits- und Sozialfonds, Bereich Gesundheit (NÖGUS), organisiert. Dazu wurde eine Service-Mappe für Patienten und Angehörige präsentiert.

In Österreich leiden derzeit etwa 100.000 Menschen an Alzheimer-Demenz, der häufigsten Form der Hirnleistungsschwäche im Alter. Bis zum Jahr 2050 wird sich diese Zahl verdoppeln. Bei Alzheimer-Demenz beginnen aus bisher nicht geklärten Gründen die Gehirnzellen abzusterben. Ihre Bruchstücke werden danach nicht vollständig abgebaut und bilden im Gehirn zusammen mit anderen Eiweißen die für die Krankheit typischen Ablagerungen. Dadurch schrumpft die Gehirnmasse deutlich, ebenso verringern sich die Konzentration wichtiger neuronaler Botenstoffe und die Anzahl der Nervenverbindungen. Bei bis zu sechs Prozent der Patienten, so wird vermutet, spielen genetische Ursachen eine Rolle, auch andere Faktoren wie niedrige Schulbildung, Bluthochdruck, erhöhte Blutfette und Krankheiten wie Schilddrüsenunterfunktion, Depression und zurückliegende schwere Verletzungen des Gehirns erhöhen das Risiko, an Demenz zu erkranken. Seit kurzem kann der Verlauf der Alzheimer-Krankheit durch Medikamente erstmals erfolgreich beeinflusst und eine Verschlechterung deutlich verzögert werden.

"Der Respekt vor der Menschenwürde muss von uns allen ernst genommen werden", forderte der Geschäftsführer des NÖGUS, Dr. Robert Griessner. Der Umgang mit Patienten, die an Demenz vom Alzheimer-Typ erkrankt seien, sei für alle sehr schwer und belastend. Diese Krankheit beträfe nicht nur die Patienten, sondern in massiver Weise auch die Angehörigen.

Landesrat Emil Schabl ortet große Probleme mit dem Umgang mit Alzheimer-Patienten im Pflegebereich. Gerade bei diesem Krankheitsbild sei eine Verbesserung der Lebensqualität in den Vordergrund zu stellen. Landesrat Mag. Wolfgang Sobotka erwartet sich von dieser Enquete "deutliche Signale". Dazu soll die heute präsentierte Servicemappe beitragen, mit dieser Krankheit richtig umzugehen.

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