ÖAMTC: Bei hartnäckigen Gurtverweigerern das Bewusstsein für die Folgen schärfen

Alle Argumente für das Nichtanlegen eines Sicherheitsgurtes sind unhaltbar

Wien (ÖAMTC-Presse) - Das Risiko, bei einem Verkehrsunfall zu sterben, ist für einen nicht angegurteten Pkw-Insassen um das Siebenfache größer", bringt ÖAMTC-Verkehrspsychologin Dora Donosa die Wichtigkeit von Sicherheitsgurt und Kindersitz auf den Punkt. Zum heutigen Start der Verkehrssicherheitskampagne "Gurte retten Leben" meint die ÖAMTC-Expertin: "Die Kampagne schärft das Bewusstsein für die Folgen des Nichtanlegens des Sicherheitsgurtes bei einem Unfall. Mit dem hohen emotionalen Gehalt des Spots sollte es je nach Zielgruppe gelingen, ein Gefühl der Betroffenheit auszulösen, das zum Umdenken und richtigen Handeln anregt."

Die Argumente für das Nichtanlegen eines Sicherheitsgurtes sind nicht haltbar: Sie reichen von Aussagen wie "Ich bin ein guter Autofahrer. Mir passiert nix" und "Das Gewand wird vom Gurt zerknittert" über die Ausrede, in der persönlichen Freiheit eingeschränkt zu sein bis hin zu Vergesslichkeit und Faulheit. Die Auswirkungen und Folgen, wenn man nicht angegurtet ist, werden schlichtweg unterschätzt.

Viele Autofahrer glauben außerdem, in der Stadt ohne Gurt auskommen zu können. Aber besonders im innerstädtischen Bereich und bei geringeren Geschwindigkeiten passieren häufig ungebremste Unfälle, die zu schwersten Verletzungen führen.

Es gibt mehr männliche als weibliche Gurtmuffel

Dass zu viele Autoinsassen den Gurt verschmähen, hat auch eine im Vorjahr vom ÖAMTC durchgeführte österreichweite Erhebung gezeigt: 31 Prozent der Autolenker und Beifahrer stellten sich als Gurtmuffel heraus. Im Fond verzichten sogar 68 Prozent auf den Sicherheitsgurt. "Besonders besorgniserregend ist, dass auf Österreichs Straßen 26 Prozent der Kinder von ihren Eltern im Auto nicht gesichert mitgeführt werden", berichtet Donosa.

Die Erhebung des ÖAMTC hat auch gezeigt, dass Frauen öfter bereit sind zum Gurt zu greifen als Männer. Lediglich 64 Prozent der Lenker legen den Gurt an und nur 58 Prozent der Mitfahrer auf den Beifahrersitzen. Bei den Frauen sind jeweils 78 Prozent als Lenkerinnen und Beifahrerinnen angeschnallt. Ähnlich die Ergebnisse auf den Rücksitzen: Hier stehen 35 Prozent angeschnallte Mitfahrerinnen 30 Prozent Mitfahrern gegenüber.

"Dabei ist die Gewöhnung an den Gurt mit Konsequenz nach kurzer Zeit erreicht. Im Idealfall erinnert dann das Gefühl des Unwohlfühlens beim Nichtanlegen daran, sich anzuschnallen", sagt Donosa. Wer glaubt, durch den Airbag bestens geschützt zu sein und daher auf den Gurt verzichten zu können, irrt. Nur in Verbindung mit dem Gurt entfaltet der Airbag seine volle Wirkung.

"Schock-Videos" führen Auswirkungen deutlich vor Augen

Die ÖAMTC-Expertin hält "Schock-Videos" für einen gangbaren Weg in der Verkehrssicherheitsarbeit. Rein mahnende Kampagnen erweisen sich oft nur bei bestimmten Zielgruppen als erfolgreich. "Die drastische Abbildung der Unfallfolgen, wenn Kinder im Kindersitz nicht angeschnallt werden, erzeugt Betroffenheit", ist Donosa überzeugt. "Wichtig ist, die Wirklichkeit abzubilden und sie nicht zu überzeichnen, weil dann mit Ablehnung reagiert wird und Verdrängungsmechanismen einsetzen." Konfrontierende Spots sollten von Maßnahmen und Aktionen begleitet werden, wo man Menschen persönlich erreicht und somit auch die nötige Verhaltensänderung bewirken kann. Bei der heutigen Präsentation der Kampagne "Gurte retten Leben" ist der ÖAMTC daher auch mit seinem Überschlagssimulator vor Ort. "Die Demonstration führt eindrucksvoll vor Augen, wie notwendig der Gurt im Ernstfall ist", sagt die ÖAMTC-Expertin.

ÖAMTC-Tipp: Auf der Homepage des Clubs unter http://www.oeamtc.at/ findet man alles zum Thema richtige Kindersicherung im Auto. Außerdem gibt es an den ÖAMTC-Dienststellen Kindersitze und kompetente Beratung.

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ÖAMTC-Pressestelle/Elvira Oberweger

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