Morak eröffnet Ausstellung "Ansichten und Wirklichkeiten, Ankäufe des Bundes im Jahr 1955"

Wien (OTS) - "Diese Ausstellung der Ankäufe des Bundes aus dem
Jahr 1955 ist ein weiterer Stein im Puzzle der Impressionen der letzten 60 Jahre. Sie gibt uns einen Einblick davon, was die österreichische Kunst vor 50 Jahren bewegte", so Staatssekretär Franz Morak, gestern Abend, anlässlich der Eröffnung der Ausstellung "Ansichten und Wirklichkeiten" über die Ankäufe des Bundes im Jahr 1955

"Die Vielfalt und Qualität der österreichischen Kunstszene war zehn Jahre nach Kriegsende groß und diese Vielfalt wurde von Anfang an durch die öffentliche Hand gefördert. Der Staat ist auf die soziale Situation der Künstler zugegangen", betonte Morak. Waren es im Jahr 1945 noch fünf Ankäufe, konnten im Jahr 1955 bereits 592 Kunstwerke angekauft werden. Künstler, denen mit einem Ankauf geholfen wurde, waren, wie alle anderen Bevölkerungsteile ebenfalls von den Folgen des Nationalsozialismus und des Krieges betroffen. Es gab Ausgebombte, die einen Gutteil ihres Werks verloren hatten - wie der Burgenländer Rudolf Ballabene; es gab Kriegsverwundete wie Walter Behrens, einer der Altväter im legendären "Artclub"; es gab Heimkehrer aus der Kriegsgefangenschaft. Käthe Braun-Prager, die Schwester des Dichters Felix Braun, überlebte in der Emigration in England, Carry Hauser in der Schweiz. Manche hatten sich geduckt. Es gab auch Mitläufer, die nun die Gunst des einst verratenen Staats begehrten. Und Junge, die als radikale Individualisten ohne Rücksicht auf Geschmacksdiktate an die gewaltsam unterbrochene Tradition der Moderne anknüpfen wollten, so der Staatssekretär.

Die Ausstellung bietet einen repräsentativen Querschnitt von 80 Werken, zusammengestellt von den beiden Kuratorinnen Notburga Coronabless und Karin Zimmer. In der Auswahl befinden sich Werke von Josef Mikl, Paul Flora, Max Weiler, Maria Lassnig u.v.a. Beispielsweise ist auch der Ankaufsakt des Bildes "Der Kopf" von Maria Lassnig ausgestellt.

Die gesamte Sammlung der Artothek des Bundes ist die umfangreichste Dokumentation zeitgenössischer österreichischer Kunst, "visueller Bildspeicher österreichischer Befindlichkeit und reichhaltiges Archiv von Ansichten und Wirklichkeiten". So entstand im Laufe der Jahre "eine riesige Kunstsammlung, die im Unterschied zu den spezifischen Sammlungen der Museen und Ausstellungshäuser eine gesamtösterreichische Entwicklung darstellt und dokumentiert, und die Breite und Vielfalt des österreichschen Kunstschaffens der letzten sechzig Jahre sichtbar macht". Man könne diese Sammlung jedoch nicht mit einer musealen Sammlung gleichsetzen, da der Bund eine andere Strategie mit den Ankäufen verfolgt habe, so Morak abschließend.

Die Ausstellung ist bis 15. Juli von Mo-Fr, 10 bis 15 Uhr zu sehen (Palais Porcia, Herrengasse 23, 1010 Wien) und ist unter www.artothek-bka.at abrufbar.

Rückfragen & Kontakt:

Staatssekretariat für Kunst und Medien
Mag. Katharina Stourzh
Tel.: (++43-1) 53115/2228
katharina.stourzh@bka.gv.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SKM0001