Österreichs Biotech-Forschung entwickelt neue Ansätze

Prämierung Best of Biotech

Wien (OTS) - Ein kräftiges Lebenszeichen gab die angewandte österreichische Biotech-Forschung heute wieder einmal bei der Prämierung der besten Businesspläne des Wettbewerbs "Best of Biotech - get your business started". Im Rahmen einer Gala in Wien wurden die Sieger des heurigen von der austria wirtschaftsservice im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit ausgerichteten Wett-bewerbs ausgezeichnet.

Das Gewinnerteam um Dr. Jason Slingsby und Prof. Andreas Kungl aus Graz hat bereits mit Unterstützung der austria wirtschaftsservice ihr Unternehmen namens ProtAffin gegründet. Der Name des Start-ups ist dabei gleichzeitig Programm: Basierend auf hochaffinen Proteinen (Eiweißmolekülen die sich an körpereigene Zellen anheften können) entwickeln die Grazer Forscher neuartige Medikamente, mit denen sich viele entzündliche Erkrankungen, insbesondere rheumatische Arthritis, behandeln lassen. Nachdem von dieser Krankheit rund 0,5% der Ge-samtbevölkerung, vor allem Frauen, betroffen sind, und unter Schmerzen und Gelenksproblemen leiden, ist der Markt für solche Medikamente riesig. Für die auf Basis eines neuen Therapieansatzes herzustellenden Medikamente erhielt das Team den ersten Preis in Höhe von EUR 18.000, der von Baxter gesponsert wurde.

Der zweite Preis ging an ein in Deutschland beheimatetes Medizintechnikunternehmen. Die UroVesica des Münchner Professors Helmut Wassermann entwickelte eine künstliche Harnblase, die vor allem bei Blasentumoren und damit einhergehenden totalen Blasenentfernungen Einsatz finden wird. Damit werden künstliche Ausgänge durch die Bauchdecke der Vergangenheit angehören. Mit Hilfe des künstlichen Organs ist eine beinahe normale Funktion wieder möglich - ein gewaltiger Fortschritt in Richtung Lebensqualität von Krebspatienten. Die geniale Entwicklung, die demnächst ausführlich in Tierversuchen getestet werden soll, brachte dem Team den zweiten Preis in Höhe von EUR 9.000, gesponsert von VWR International.

Insgesamt stellten sich zehn Kandidatenteams im Rahmen der zweiten Runde von Best of Biotech einer internationalen Fachjury. Das Spektrum der Entwicklungen reicht dabei von der Behandlung von Herzrhythmusstörungen über Diabetesbehandlung bis zur Schizophreniediagnose. Der Großteil der in der ersten Phase eingereichten Geschäftsideen (69%) entstammt dem medizinischen oder medizin-technischen Bereich; dies beweist zum Einen Österreichs Stärke auf diesem Gebiet, zum anderen ist es auch ein Beleg dafür, dass die wirtschaftliche Umsetzung von wissenschaftlicher Forschung im Medizinsektor nun erstmals tatsächlich beginnt, nachhaltig Platz zu greifen. Die potenziellen Gründerinnen und Gründer konnten die besten Geschäftsideen in der zweiten Phase unterstützt durch die austria wirtschaftsservice zu einem vollständigen Geschäftsplan ausbauen. Zwei Unternehmen wurden noch vor Ende des Wettbewerbs gegründet, weitere Gründungen sind in Vorbereitung. "Mit Best of Biotech konnten Österreich wieder einmal zeigen, dass Life Sciences in diesem Land ein wichtiges Zu-kunftsfeld darstellen", ist Sonja Hammerschmid, Bereichsleiterin Technologie & Innovation der aws, stolz auf die Ergebnisse. Alleine 19 erfolgreiche Gründungen - zwei davon im Verlauf des aktuellen Wettbewerbs - gingen aus den bisher drei Runden Best of Biotech bereits hervor. Dass von 33 Projekten 19 aus den österreichischen Nachbarländern eingereicht wurden beweist für Hammerschmid , dass die Initiative Best of Biotech weit über Österreichs Grenzen anerkannt ist und gerne als Kontakt- und Ausbildungsplattform in den Nachbarländern genutzt wird. "Österreichs junge forschende Unternehmen sowie die etablierten Player positionieren sich verstärkt im biotechnischen Weltmarkt" ist die erfahrene Molekularbiologin überzeugt. Daher präsentiert sich in der nächsten Woche die österreichische Szene im Rahmen der weltweit größten Biotech-Messe - der BIO - in Philadelphia in USA dem internationalen Fachpublikum.

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