Gusenbauer kritisiert Untätigkeit der Regierung bei Frauenarbeitslosigkeit

SPÖ-Chef besucht im Rahmen der Startklar-Tour durch Amstetten Beschäftigungsinitiative für Frauen

Wien (SK) Die Untätigkeit der Bundesregierung in Bezug auf
die immer höher werdende Arbeitslosigkeit, insbesondere der Frauenarbeitslosigkeit, kritisierte SPÖ-Vorsitzender Alfred Gusenbauer am Dienstag während seiner Startklar-Tour durch den Bezirk Amstetten. Er besuchte in diesem Zusammenhang die Beschäftigungsinitiative Unida in Amstetten, die versucht, langzeitarbeitslose Frauen und Wiedereinsteigerinnen mit großem Erfolg in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren. "Ohne derartige Initiativen, die sehr häufig auf privatem Engagement beruhen, würde die Situation vor allem bei Langzeitarbeitslosen noch viel dramatischer aussehen", gab sich Gusenbauer überzeugt. ****

Von Regierungsseite sei in den letzten Jahren kaum ein Beitrag zur Linderung vor allem der Arbeitslosigkeit bei Frauen gekommen. Im Gegenteil: Im Mai ist die Frauenarbeitslosigkeit in Österreich weiter gestiegen. Im Vergleich zum Mai 2004 waren um 5,1 Prozent mehr Frauen arbeitslos gemeldet, kritisierte Gusenbauer. Die Frauenerwerbstätigkeit ist insgesamt im Vergleich zu den 90er Jahren gesunken. 1995 seien 53,4 Prozent der Frauen vollerwerbstätig gewesen, 2003 waren es nur noch 51,7 Prozent. Dafür nehme die atypische Beschäftigung drastisch zu: Zwischen 1997 und 2001 immerhin um 41 Prozent, so Gusenbauer.

Im Bezirk Amstetten sei die Lage ebenfalls alles andere als rosig, da die Arbeitslosigkeit von 4,0 im Mai 2004 auf 4,4 Prozent im Mai 2005 gestiegen sei. Bei den Frauen schaue es noch schlechter aus: Hier habe die Arbeitslosigkeit von 5,2 Prozent auf 5,3 Prozent in den selben Vergleichsmonaten zugenommen, rechnete Gusenbauer vor. Amstetten sei damit das Schlusslicht hinsichtlich des Anstiegs der Arbeitslosigkeit in den niederösterreichischen Bezirken und man habe hier genauso wenig wie in anderen Regionen Maßnahmen von Seiten der schwarz-blau-orange Regierung wahrgenommen, um diese "untragbare Situation zu lindern", kritisierte der SPÖ-Vorsitzende.

In Punkto Chancengleichheit liege Österreich im EU-Vergleich weit abgeschlagen an 21. Stelle. Die schwarz-blau-orange Regierung reagiere auf diese negative Entwicklung in gewohnter Manier: sie zweifelt und leugnet, kritisierte der SPÖ-Vorsitzende. Frauenministerin Rauch-Kallat meinte zu derartigen Zahlen immer nur, sie seien veraltet und würden aus der Zeit der SPÖ-Regierungen stammen. "Mit dieser Vogel-Strauß-Politik ist es natürlich unmöglich, die Situation der Frauen am Arbeitsmarkt zu verbessern", sagte Gusenbauer, der eine fatale Verstrickung von Untätigkeit auf Regierungsseite und ideologischer Verblendung bei ÖVP und BZÖ sieht, die von veralteten Familien- und Rollenbildern ausgehen.

Gusenbauer forderte im Zuge seiner Startklar-Tour durch Amstetten zusätzliche 100 Millionen Euro für AMS-Maßnahmen für den Wiedereinstieg, bessere soziale Absicherung der prekären Arbeitsverhältnisse und vor allem den Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen besonders im ländlichen Raum, um vielen Frauen eine echte Wahl zwischen Beruf und Familie zu ermöglichen. (Schluss) ns

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