Wurm: Karenz für Väter soll reizvoller werden

Wien (SK) "Die Verantwortung für ein Kind obliegt Müttern als auch Vätern. Es sollen daher auch Väter zu Hause bleiben und sich um den Nachwuchs kümmern", sind Landtagsabgeordnete Gabi Schiessling und SPÖ-Abgeordnete Gisela Wurm überzeugt. Um dies auch den Vätern näher zu bringen, fordern Schiessling und Wurm einerseits die Einführung eines Vaterschaftsmonats, der vier Wochen bezahlten Vaterschutz und einen Kündigungsschutz vorsieht und andererseits eine Flexibilisierung des Kinderbetreuungsgeldes. "Dies gibt den Männern einerseits die Möglichkeit, eine erste Beziehung zum Kind aufzubauen, gleichzeitig aber ist eine partnerschaftliche Aufteilung der Betreuungsarbeit auch ein Indikator für eine Chancengleichheit im Berufsleben", so Schiessling. ****

In Österreich sind lediglich 3,2 Prozent der Kindergeldbezieher Männer. Von den 13.746 Kindergeldbeziehern in Tirol beziehen mit 248 Vätern weniger als zwei Prozent Männer das Kindergeld. "Diese Zahlen bescheinigen, dass in Tirol immer noch die alte Rollenverteilung vorherrscht. Dies liegt aber nicht nur an Traditionen, sondern auch an der geringen Flexibilität bei der Inanspruchnahme des Kindergeldes", betonen Wurm und Schiessling.

Die beiden SP-Mandatarinnen fordern daher eine gesetzliche Grundlage, der es den Familien ermöglicht, zwischen zwei Varianten des Kindergeldbezugs zu wählen: Ein flexiblerer Bezug des Kindergeldes sollte möglich werden; das heißt, wenn sich die Kindergeldbezieherin entscheidet, nicht die volle Karenzzeit in Anspruch zu nehmen, soll sie aber trotzdem in dieser Zeit eine höhere Geldleistung beziehen können. "Dieses Konzept erleichtert Frauen den Wiedereinstieg ins Berufsleben", so Schiessling. "Nachdem Österreich von der Europäischen Union schon gerügt wurde, weil es eine zu niedrige Beschäftigungsquote von Frauen aufweist und auch zu wenig Kinderbetreuungsplätze angeboten werden, ist hier dringend Handlungsbedarf gegeben", so Wurm abschließend. (Schluss) se/mp

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