Jugend und Alkoholkonsum: Wiener Jugendanwalt für einheitliches Jugendschutzgesetz für ganz Österreich

Österreichische Jugendanwälte fordern seit Jahren politische Einigung

Wien (OTS) - Obwohl seit längerer Zeit bekannt ist, dass der Alkoholkonsum der Jugendlichen in Österreich im Steigen begriffen ist, können sich die politisch Verantwortlichen in den Bundesländern nicht auf eine gemeinsame Vorgangsweise bei der Regelung der einzelnen Jugendschutzgesetze einigen.

Je nach Bundesland gibt es unterschiedliche Regelungen den Konsum und die Abgabe von Alkoholika an Jugendliche betreffend. Ohne sich mit anderen Bundesländern abzusprechen werden einmal in diesem Bundesland, einmal in jenem Bundesland Erweiterungen oder Änderungen der Jugendschutzbestimmungen vorgenommen, egal ob sie sinnvoll sind oder nicht.
In Oberösterreich wurde vor kurzem und in Niederösterreich wird in Kürze der Verkauf von Alkopops auch für 16 bis 18 jährige verboten werden, in Tirol wurde dies bereits vor einiger Zeit beschlossen. In anderen Bundesländern werden Alkoholprozentkonzentrationen in Getränken vorgeschrieben, die von den Jugendlichen nicht konsumiert und/oder gekauft werden dürfen.

"Wir dürfen nicht davon ausgehen, dass unsere Jugendlichen so naiv sind und diese haarsträubenden Unterschiede und Sinnlosigkeiten in den verschiedenen Jugendschutzgesetzen gutheißen, geschweige dem, sich daran halten", so der Wiener Jugendanwalt Anton Schmid.

Die Kinder- und Jugendanwälte Österreichs haben einen klaren und für ganz Österreich einheitlichen Vorschlag für ein bundesweites Jugendschutzgesetz vorgelegt, das nur in den einzelnen Landtagen beschlossen werden müsste.
Bezüglich Alkohol wäre dies: Absolutes Konsum- und Abgabeverbot an Jugendliche vor dem 16. Geburtstag.
Alle anderen Sonder- und Ausnahmebestimmungen in den Jugendschutzbestimmungen sind weltfremd und werden auch in keiner Weise von den Jugendlichen ernst genommen. Würden hingegen die Verbotsbestimmungen bis zum 16. Lebensjahr streng und einheitlich kontrolliert und Verstöße von Unternehmern mit entsprechenden Konsequenzen und Strafen versehen werden, wäre für die Jugend in Österreich eine wirklicher Jugendschutz gegeben.

"Wenn Jugendliche berechtigterweise mit 16 Jahren wählen dürfen, so sollte man ihnen nicht gleichzeitig verbieten einen Alkopop zu kaufen",so Jugendanwalt Schmid abschließend.

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Kinder- & Jugendanwaltschaft Wien
Herr Dr. Anton Schmid
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