Neues Volksblatt: "Geplänkel" (von Christian Buchar)

Ausgabe vom 14. Juni 2005

Linz (OTS) - Grünen-Chef Van der Bellen versucht derzeit praktisch alles, um seiner Partei nach den nächsten NR-Wahlen einen Platz auf der Regierungsbank zu ermöglichen. Und das möglichst mit Wahlmöglichkeit zwischen SPÖ und ÖVP.
Wenn Van der Bellen zuletzt in gewisser Regelmäßigkeit Signale in Richtung der VP sendet - wie etwa, dass ein Aus für die Studiengebühren Ziel, aber nicht Koalitionsbedingung ist -, verfolgt er damit mehrere Absichten. Erstens präsentiert er sich der VP als potenzieller Partner. Zweitens versucht er - nach dem endgültigen Flop von Rot-Grün in Deutschland erst recht - einer erneuten Umklammerung der Grünen durch und mit Gusenbauers SPÖ zu entgehen. Und drittens, auch das darf nicht übersehen werden, liegt in den Aussagen ein Test, was den Fundis in der eigenen Partei zugemutet werden kann. Ein Spiel mit dem Versuch, wenigstens einen Teil potenzieller Widerstände im Vorfeld aufzulösen. Was nicht heißt, dass letztlich nicht doch die SPÖ erste grüne Wahl ist. Jetzt reduzieren sich Debatten um diverse Aussagen aber noch auf Geplänkel mit Hintergrund. Die Tage der Wahrheit kommen erst.

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