Grillitsch: Glaubwürdigkeit Europas steht auf dem Spiel

EU-Gipfel zur Finanzierung muss bestehende Programme absichern

Wien (AIZ) - Der Österreichische Bauernbund fordert im Vorfeld des Gipfels der Staats- und Regierungschefs die lückenlose Einhaltung der Zusagen an die Bauern. "Europa muss zu seinem Wort, auf das sich die Bauern verlassen haben, stehen. Sonst geht noch mehr Glaubwürdigkeit verloren", dies erklärte heute Bauernbundpräsident Fritz Grillitsch in einer Aussendung. Daher müsse die Finanzierung bestehender Programme gesichert sein, bevor über neue Ausgabenschritte wie den Türkeibeitritt nachgedacht werde. "Andernfalls bleiben die Referenden in Frankreich und den Niederlanden sicher kein Einzelfall", so Grillitsch.

Besonders unverständlich ist für ihn, dass gerade in der Ländlichen Entwicklung massiv gekürzt werden soll: "Die Ländliche Entwicklung ist gesellschaftlich gewünscht und die Bauern erfüllen dieses Anforderungsprofil. Das können sie aber nur mit entsprechender Unterstützung - vom Markt und der Gesellschaft", gab der Präsident zu bedenken. Er erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass es bei der Ländlichen Entwicklungspolitik nicht nur um die Bauern, sondern um den gesamten ländlichen Raum gehe.

Die Bauern seien in den vergangenen Jahren mit enormem Liberalisierungsdruck und damit mit Verunsicherung konfrontiert gewesen. Als Beispiele nannte Grillitsch die WTO-Verhandlungen (Stichwort Zucker), die negative Preis- und Einkommens-Entwicklung sowie die GAP-Reform. "Mit der EU-Agrarreform hat die Landwirtschaft als einziger Sektor in Europa eine Vorleistung für die WTO erbracht. Wenn wir dafür jetzt bestraft werden, muss man sich weitere Schritte offen halten", so der Bauernbundpräsident.
(Schluss)

Rückfragen & Kontakt:

AIZ - Agrarisches Informationszentrum, Pressedienst
Tel: 01/533-18-43, pressedienst@aiz.info
http://www.aiz.info
FAX: (01) 535-04-38

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AIZ0001