WKÖ begrüßt Prüfung der Energiemärkte: Brüssel verleiht dem lahmen Wettbewerb Flügel

Preisbildungen werden unter die Lupe genommen - in Österreich sieht WKÖ dringenden Belebungsbedarf für wettbewerbsschwachen Strommarkt

Wien (PWK442) - "Die EU-Kommission will den lahmen Wettbewerb auf den europäischen Energiemärkten nicht länger tolerieren und hat eine Untersuchung der Preisbildung auf den europäischen Strommärkten eingeleitet. Das ist ein wichtiges und richtiges Signal, das von der österreichischen Wirtschaft ausdrücklich begrüßt wird", sagt der Präsident der Wirtschaftskammer Österreich, Christoph Leitl.

Im Anschluss an die heute, Montag, in Brüssel verkündete Untersuchung sendet die Kommission an zahlreiche europäische (und damit auch österreichische) Unternehmen Fragebögen aus, um der Marktsituation auf dem Strom- und dem Gasmarkt auf den Zahn fühlen. Das Fehlen eines effektiven grenzüberschreitenden Wettbewerbs ermögliche es den Stromlieferanten die Preise kontinuierlich zu erhöhen, vermutet die Brüsseler Behörde. Zudem verhinderten Markteintrittsbarrieren das Auftreten neuer Anbieter. Diese Entwicklungen, so die Kommission, schaden der energieintensiven Industrie, für die die hohen Energiepreise auf dem Weltmarkt ein kaum wettzumachendes Handicap bedeuten. Eine Ansicht, die auch die Wirtschaftskammer - insbesondere auch mit Blick auf die österreichische Situation - vertritt.

Leitl: "Entgegen früheren Annahmen lässt sowohl der europäische als auch der innerösterreichische Wettbewerb am Energiesektor völlig aus. Hohe Netzgebühren halten ausländische Lieferanten vom österreichischen Markt fern. Innerösterreichisch hat der Stromkunde -wie in den Zeiten vor der Liberalisierung - kaum je eine Alternative zu seinem ‘Regionalversorger‘. Das schlägt sich in den Preissetzungen der Lieferanten natürlich nieder. Wettbewerbsbelebung ist daher ein Gebot der Stunde."

Die Entscheidung der EU-Kommission bestätigt die Initiative der heimischen Wettbewerbsbehörde, die bereits im Herbst 2004 eine Untersuchung des Strommarkts eingeleitet hat, ebenso wie die bisherigen Netzgebührensenkungen durch die unabhängige Regulierungsbehörde E-Control. Diese Maßnahmen können in Anbetracht der überhöhten Tarife jedoch nur als erste Schritte betrachtet werden, stellt Leitl fest. Die Kommission will die Ergebnisse ihrer Untersuchung 2006 veröffentlichen. (RH)

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