Auer: Scheitert Forstpolitik am Borkenkäfer?

Woche des Waldes: Mehr Forstpersonal für Kärntens Waldbauern notwendig!

Klagenfurt (OTS) - Die derzeitige Massenvermehrung von
Borkenkäfern in Kärnten und im Besonderen im Bezirk St.Veit/Glan sei neben den extremen Witterungsverhältnissen auf hausgemachte Probleme zurückzuführen, mutmaßt NR-Abgeordneter Klaus Auer und verwehrt sich gleichzeitig gegen eine alleinige Schuldzuweisung an die Waldbesitzer. "Vielmehr ist die Forstpolitik der letzten Jahrzehnte zu hinterfragen, da wurden immer wieder Fehler begangen", so Auer, der als Forstmann gleich einige Beispiele nennt.

"Früher wurden von den Forstexperten Fichten-Monokulturen propagiert und für das Eliminieren von Laubhölzern wurden an die Waldbesitzer sogar Förderungen bezahlt. Erst vor rund 25 Jahren kam ein Umdenken hin zur naturnahen Waldwirtschaft. Aber eine Baum-Generation dauert eben bis zu 100 Jahre und daher werden wir die Auswirkungen noch lange spüren", betont Auer: "Die Waldhygiene war früher eine ganz andere, da hatte der Käfer kaum eine Chance, weil jedes Baumstück verwertet wurde. Heute bleibt aus Kostengründen viel Holz einfach im Wald liegen und das begünstigt natürlich eine Massenvermehrung des Käfers. Aber für die minderwertigen Sortimente bekommt der Waldbesitzer keinen kostendeckenden Preis mehr, denn die Holzpreise bewegen sich seit mehr als zwei Jahrzehnte ständig nach unten."
Ein weiteres Problem ist für Auer die Holzabfuhr zu den Abnehmern:
"Die Logistik muss gemeinsam mit den Sägewerken und der Papierindustrie deutlich verbessert werden. Das geschlägerte Holz bleibt manchmal monatelang im Wald liegen; das ist schlichtweg eine Katastrophe."

Zu guter Letzt fordert Auer auch ein Umdenken in der Kärntner Landespolitik. Das Personal der Forstbehörde werde ständig reduziert und das sei für das Waldland Kärnten besonders nachteilig: "Wir haben gegenüber anderen Bundesländern sehr viel Klein-Privatwaldbesitz und dort ist die Service- und Kontrollfunktion durch die Forstbehörde besonders wichtig. So ist die Bezirksforstinspektion Friesach seit gut einem Jahr unbesetzt und die Anzahl der Förster wird ebenfalls laufend geringer."
"Will man die Borkenkäferplage wieder in Griff bekommen, dann muss rasch reagiert werden. Wir brauchen mehr Forstpersonal zur Betreuung und Beaufsichtigung in Kärntens Wäldern", fordert Auer, der für seinen Heimatbezirk St.Veit/Glan einen Krisengipfel einberufen wird.

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